Neues Fokuszentrum für KI-Gründungen an NRW-Hochschulen

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AICE.NRW an TU Dortmund und Uni Bonn wird mit 1,5 Millionen Euro von EU und Land NRW gefördert

Die Technische Universität Dortmund und die Universität Bonn bauen gemeinsam ein AI Center for Entrepreneurship NRW (AICE.NRW) auf. Damit sollen Hochschulen in ganz Nordrhein-Westfalen darin gestärkt werden, Gründungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) gezielt und bedarfsorientiert zu unterstützen. Das AICE.NRW ist im Januar 2026 gestartet und wird mit 1,5 Millionen Euro für drei Jahre über das Programm ,,Start-up Fokuszentren.NRW" vom Land NRW und der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Hochschulen bringen KI-Innovationen voran

Hochschulen spielen eine zentrale Rolle im Innovationsgeschehen und sind mit ihren wissenschaftlichen Forschungsarbeiten ein wichtiger Ausgangspunkt für technologiebasierte Gründungen - insbesondere im dynamischen Feld der KI. Das neue Zentrum AICE.NRW unterstützt KI-Gründungen, indem es gezielt die Kompetenzen der Gründungsberaterinnen und -berater an den Hochschulen in NRW fördert: Sie sollen durch spezifische Schulungen, Trainings und Weiterbildungen befähigt werden, KI-Start-ups passgenau zu begleiten.

Aus Ideen entstehen echte Innovationen

,,Viele Forschende verfügen über exzellentes KI-Know-how, stoßen bei der Überführung ihrer Ideen in tragfähige Geschäftsmodelle jedoch auf Herausforderungen. AICE.NRW setzt genau an dieser Schnittstelle an und unterstützt die Start-up-Coaches in NRW dabei, den Weg von der Forschung in die Gründung wirksam zu begleiten. Die TU Dortmund und die Universität Bonn arbeiten in der KI-Forschung bereits sehr eng zusammen und wir freuen uns, hierauf aufbauend die landesweite Kompetenzund Vernetzungsplattform zur KI-spezifischen Gründungsberatung zu etablieren", sagt Sandra Speer, Leiterin des Transfer Center enaCom der Universität Bonn.

Dr. Ronald Kriedel, Geschäftsführer des Centrum für Entrepreneurship und Transfer (CET) an der TU Dortmund, betont: ,,AICE.NRW ist die Antwort auf die Fragmentierung im KI-Transfer. Statt auf isolierte Einzelmaßnahmen zu setzen, etablieren wir ein landesweites Betriebssystem für die KI-Gründungsunterstützung. Wir befähigen die bestehenden Strukturen an über 30 Hochschulstandorten gezielt dazu, hochkomplexe Vorhaben fachspezifisch zu begleiten. Indem wir Wissen orchestrieren und den Zugang zu Infrastruktur bündeln, machen wir NRW zum Schrittmacher für KI-Innovationen in Europa."

KI-Gründungsberatung stärken

In einem ersten Schritt des Projekts wird die KI-Hochschullandschaft in NRW umfassend analysiert. Dazu zählen die Identifikation von Potenzialen und Herausforderungen sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Gründungsförderung im Bereich KI. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Entwicklung neuer Angebote ein, die an den Bedarfen der Hochschulen und der Gründer*innen in NRW ausgerichtet sind. Je nach KI-Intensitätsstufe und dem Reifegrad lassen sich KI-Start-ups noch einmal unterteilen in KI-Deep-Techs (KI-Entwickler), KI-Enabled Start-ups (KI als zentrales Wertangebot) und Start-ups mit KI-Nutzung (KI als Tool). Je nach Format müssen die Gründungsteams unterschiedlich betreut und beraten werden, da sie unterschiedlichen Herausforderungen gegenüberstehen. Hierzu werden die Start-up-Coaches durch spezifische Weiterbildungen und sogenannte Train-the-Trainer-Programmen zu Expert*innen ausgebildet.

KI-Infrastruktur bündeln

AICE.NRW setzt an den vorhandenen Infrastrukturen der Hochschulen an und integriert diese in die bestehenden bundesund landesweiten KI-Rahmenstrukturen, wie zum Beispiel AI-Nation, Start-up Hub Startplatz, KI.NRW oder AI Village. Dabei fließen nicht nur die fundierte Expertise aus der Gründungsunterstützung von TU Dortmund und Universität Bonn mit ein, sondern auch das KI-Fachwissen aus aktuellen Forschungsarbeiten, das u.a. am Lamarr-Institut für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz generiert wird, einem von 5 bundesweiten KI-Kompetenzzentren, welches von der Universität Bonn, der TU Dortmund sowie den Fraunhofer-Instituten für Intelligente Analyseund Informationssysteme IAIS in Sankt Augustin und für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund geleitet wird.

Mit dem AICE.NRW soll so eine landesweite Servicestelle zu ,,KI-Beratung und Support" für Hochschulen entstehen. Diese wird Deep-Techund KI-Start-ups dabei unterstützten, ihre Potenziale von der Technologie-Validierung bis zum Markteintritt effektiver zu entfalten, um zur nächsten Generation erfolgreicher KI-Unternehmen zu werden. Zudem bringt das Zentrum Akteur*innen aus Hochschulen, Wirtschaft und Start-up-Ökosystem zusammen, um den Austausch zu KI-Zukunftsthemen zu stärken.

Über das Förderprogramm ,,NRW Start-up Fokuszentren"

Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Förderinitiative ,,Start-up Fokuszentren.NRW" in 2024 ausgerufen, um die Einrichtung spezialisierter Zentren zu fördern, die Gründerinnen und Gründer zielgenau beraten und bei der Entwicklung marktfähiger Lösungen unterstützen. Ziel ist es, die Qualität und die Anzahl von Gründungen aus Hochschulen im Land zu steigern.

Neben dem Fokuszentrum AICE.NRW werden zwei weitere Zentren gefördert: Female Academic Entrepreneurs NRW (FACE.NRW) unterstützt gründungsinteressierte Frauen aus der Wissenschaft und Climate Innovation.NRW spezialisiert sich auf Gründungen mit einem Beitrag zur Klimaneutralität.