Im Gehirn einer weiblichen Tabakschwärmermotte werden im Antennallobus unterschiedliche Bereiche aktiviert (rot), wenn die Motten (Z)-3- (links) oder (E)-2-Hexenylacetat ausgesetzt sind. Der Geruch des (Z)-3-Isomers entspricht dem Bouquet einer noch unbefallenen Pflanze und führt eiablegende Mottenweibchen zu noch unbeschädigten Blättern. [weniger]
Die veränderte Zusammensetzung von Blattduftstoffen nach Raupenfraß treibt eiablegende Weibchen zu noch unbefallenen Pflanzen. Das Gehirn weiblicher Tabakschwärmermotten kann auf kleinste Veränderungen im Duftprofil gasförmiger Verbindungen reagieren, die von Raupen befallenen Blättern abgegeben werden. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena haben jetzt durch Freilandexperimente und neurobiologische Untersuchungen herausgefunden, dass die Weibchen dadurch ihre Eier bevorzugt auf Blättern ablegen können, die weniger stark befallen sind. So sind ihre Eier und die daraus schlüpfenden Larven vor Raubinsekten, die durch den duftenden Hilferuf der Pflanze angelockt werden, besser geschützt und müssen zudem nicht mit den bereits am Blatt fressenden Raupen um Nahrungsressourcen konkurrieren. Im Gehirn einer weiblichen Tabakschwärmermotte werden im Antennallobus unterschiedliche Bereiche aktiviert (rot), wenn die Motten (Z)-3- (links) oder (E)-2-Hexenylacetat ausgesetzt sind. Der Geruch des (Z)-3-Isomers entspricht dem Bouquet einer noch unbefallenen Pflanze und führt eiablegende Mottenweibchen zu noch unbeschädigten Blättern. Die Forscher sind dem zugrundeliegenden neuronalen Mechanismus auf der Spur, der es den Motten ermöglicht, kleinste Änderungen im Duftprofil einer befallenen Pflanze zu erkennen.
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