AI-SAFe: Forschungsprojekt entwickelt adaptive Sicherheitssysteme für Fahrzeuge

Kick-off des Forschungsprojekts ,,AI-SAFe’ an der THI: Projektteam und Par
Kick-off des Forschungsprojekts ,,AI-SAFe’ an der THI: Projektteam und Partner starten gemeinsam in die Entwicklung adaptiver Rückhaltesysteme für das automatisierte Fahren (Foto: THI).
Wie können Fahrzeuge Insassen künftig besser schützen? Dieser Frage widmet sich das Forschungsprojekt ,,AI-SAFe - Adaptive Insassen-Sicherheit für automatisiertes Fahren", das Anfang 2026 an der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) gestartet ist. Ziel des bis Ende 2028 laufenden Vorhabens ist es, Rückhaltesysteme wie Airbags und Gurte so weiterzuentwickeln, dass sie sich in Echtzeit an Unfallsituation und Insassen anpassen und dadurch Verletzungen wirksam reduzieren.

Ein Fahrzeug ist unterwegs; der Verkehr verdichtet sich. Plötzlich bremst das vorausfahrende Auto abrupt. Das System reagiert sofort, das Fahrzeug verzögert - doch der Aufprall lässt sich nicht mehr verhindern. Innerhalb von Millisekunden verändert sich die Situation grundlegend: Der Körper des Insassen bewegt sich nach vorne, der Oberkörper kippt, der Kopf beschleunigt, die Position im Sitz verschiebt sich. In diesem kurzen Moment entscheidet sich, wie stark einzelne Körperregionen belastet werden - und damit auch, wie schwer mögliche Verletzungen ausfallen. Auslösung und Intensität von Airbag und Gurt sind dabei von zentraler Bedeutung.

Bisher orientieren sich Sicherheitssysteme vor allem am Unfallgeschehen selbst. Wie eine Person im Fahrzeug sitzt oder welche individuellen körperlichen Voraussetzungen sie mitbringt, wird nur begrenzt berücksichtigt. Hier setzt das Projekt ,,AI-SAFe" an: Es verknüpft erstmals die Erfassung von Insassenmerkmalen - etwa Haltung, Position oder individuelle Eigenschaften - mit der Vorhersage von Unfallverlauf und Unfallschwere. Ergänzend kommen Modelle zum Einsatz, die abschätzen, welche Kräfte auf den Körper wirken und wie Verletzungen entstehen. Auf dieser Grundlage lassen sich Schutzsysteme gezielt steuern - etwa durch optimierte Auslösezeitpunkte oder differenzierte Intensitäten von Airbag und Gurt.

Damit führt AI-SAFe mehrere bislang getrennte Ansätze zusammen: Insassensensierung, prädiktive Unfallanalyse, biomechanische Modellierung und adaptive Rückhaltesysteme. ,,Bei uns steht die Sicherheit und Verletzlichkeit des Menschen im Vordergrund. Wenn wir Insassenmerkmale, Unfallverlauf und Verletzungsmechanismen gemeinsam betrachten, können wir Schutzsysteme angepasst an den Menschen und die Unfallsituation auszulösen", betont Thomas Brandmeier, wissenschaftlicher Leiter von CARISSMA-ISAFE.

Am Projekt beteiligt sind neben der THI Audi, Autoliv, Aumovio, ANavS, die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sowie das Klinikum Ingolstadt. Beim Kick-off kamen 27 Expertinnen und Experten aus Industrie und Wissenschaft zusammen, um die Zusammenarbeit im Konsortium zu starten.

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