11. Literaturwissenschaftliches Propädeutikum der Klassischen Gräzistik an der Freien Universität Berlin vom 16. Juni bis 14. Juli 2025 für Schüler*innen, Studierende und Gäste

Ob bei Homer oder Hesiod, Thukydides oder Plutarch, die griechische Literatur reflektiert auf vielfältige Weise die Wirkungsmacht der Lüge. In fünf Einzelterminen untersuchen Forschende, wie Lüge und Manipulation literarisch inszeniert, gedeutet und bewertet werden, als Thema, als Mittel, als Problem. In den Fokus rücken dabei Dichter, Historiographen und Biographen, die sich dem Verhältnis von Wahrheit und Täuschung auf ganz unterschiedliche Weise nähern. Was bedeutet es, wenn Dichter ihre eigene Wahrhaftigkeit infrage stellen? Und was geschieht mit einer Gemeinschaft, wenn sie die Orientierung an der Wahrheit verliert?
Den Auftakt am 16. Juni macht Maximilian Knade mit seinem Vortrag ,,Demagogie und Demokratie. Zur rhetorischen Verführbarkeit bei Thukydides". Am 23. Juni folgt Michelle Marú mit ,,Schmeichelei als Manipulation. Plutarchs ,Wie man den Schmeichler vom Freund unterscheiden kann’" und am 30. Juni Christian Vogel mit ,,Alle Dichter lügen? Zum Verhältnis von Dichtung und Wahrheit in Hesiods Theogonie". Am 7. Juli spricht Jonas Sültmann über ,,Manipulation durch Götter. Zeus’ trügerischer Traum in der Ilias". Den Abschluss am 14. Juli bildet Gregory Dikaios mit ,,Wahrheit oder List? Täuschen und Selbsttäuschung bei Sophokles".
Über die Propädeutika
Die Philosophischen und Literaturwissenschaftlichen Propädeutika der Freien Universität Berlin bestehen seit 2010 und werden von der Klassischen Gräzistik in Kooperation mit dem Aristotelismus-Zentrum Berlin veranstaltet. Die Veranstaltungsreihen finden in der Regel zweimal jährlich statt: die philosophische im Wintersemester und die literaturwissenschaftliche im Sommersemester. In Vorträgen und Diskussionen wird anhand bedeutender Texte der griechischen Antike ein Zugang zu zentralen Fragen aus Literaturwissenschaft und Philosophie eröffnet, etwa zu Wahrheit und Täuschung, Bildung, Glück oder der Darstellung von Tragik und Gefühlen. Ziel ist es, geisteswissenschaftliche Themen niedrigschwellig zu vermitteln und ihre Relevanz für aktuelle Debatten aufzuzeigen.
Das wissenschaftliche Ethos der Freien Universität Berlin wird seit ihrer Gründung im Dezember 1948 von drei Werten bestimmt: Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit.



