Referent: Bogdan Franczyk, Professor für Informationsmanagement, Institut für Wirtschaftssysteme, Universität Leipzig
Zeit: Freitag, 27. März 2026, 15:00 Uhr
Ort: TU Ilmenau, Faraday-Hörsaal, Weimarer Straße 32, Zugang Prof. Schmidt-Straße
Eintritt: 5 Euro
Lange Zeit galt Sprache als das letzte unantastbare Bollwerk der menschlichen Sonderstellung. Wir dachten, dass das Weben von Sätzen, das Verstehen von Nuancen und das Erzählen von Geschichten untrennbar mit Bewusstsein und Geist verknüpft seien. Doch mit dem Aufkommen moderner Large Language Models in der Künstlichen Intelligenz hat sich diese Annahme grundlegend gewandelt. ,,Diese seltsamen neuen Köpfe" - künstliche neuronale Netze - haben gelernt, uns in unserer eigenen Domäne nicht nur zu imitieren, sondern oft zu übertreffen. Aber wie konnte eine Architektur aus Zahlen und Wahrscheinlichkeiten diese Meisterschaft erlangen?
In seinem Vortrag im Rahmen des TU Ilmenau Bürgercampus’ zeichnet Bogdan Franczyk, Professor für Informationsmanagement an der Universität Leipzig, den technologischen Evolutionsweg nach: von den frühen, noch hölzernen Versuchen der regelbasierten Sprachverarbeitung bis hin zum ,,Transformer-Moment", der es Maschinen ermöglichte, Kontext global zu erfassen. Dabei beleuchtet er, dass KI nicht ,,versteht", wie ein Mensch versteht, sondern Sprache als einen vieldimensionalen mathematischen Raum begreift - eine statistische Mimikry, die so perfekt ist, dass die Grenze zwischen Werkzeug und Gegenüber verschwimmt. Sprache wird entzaubert. Seinen Vortrag schließt Prof. Bogdan Franczyk mit einer Analyse der gesellschaftlichen Konsequenzen.


