
Wenn Unternehmen wie NVIDIA, Apple, AMD, IBM, Infineon und Huawei nach Bonn kommen, geht es nicht etwa um ein bloßes Nischenthema für Fachleute. Es geht um eine Schlüsseltechnologie der digitalen Welt: die Entwicklung moderner Mikrochips. Gerade fand in Bonn die Fachkonferenz International Symposium on Physical Design (ISPD) statt, eine der weltweit wichtigsten Tagungen zur Planung und Optimierung im Chipdesign. In ihrem 35. Jahr fand sie erstmals in Europa statt - und überhaupt erst zum zweiten Mal außerhalb der USA.
Neue Methoden für das Chipdesign - auch mit KI
Die Frage, wie Chips schneller und effizienter entwickelt werden können, betrifft längst nicht mehr nur Labore und Entwicklungsabteilungen. Sie entscheidet mit darüber, wie leistungsfähig KI-Anwendungen werden, wie viel Energie Rechenzentren verbrauchen und wie wettbewerbsfähig Europa in einer Schlüsselindustrie bleibt. Genau darüber wurde in Bonn diskutiert: über neue Methoden für das Chipdesign, über 3D-Integration, photonische Schaltkreise, Quantenchips - und über die Rolle, die Künstliche Intelligenz künftig selbst in der Entwicklung dieser Bauteile spielen könnte. Wie die Reise in die Zukunft weitergehen könnte, dafür haben sich die Fachleute auf der Konferenz Ideen und Eindrücke verschafft.
Dass die Wahl auf Bonn als Austragungsort dieser Konferenz fiel, bestätigt die bedeutende Rolle als Standort für mathematische Optimierungsverfahren im Chipdesign. Die Veranstaltung mit mehr als 100 Teilnehmenden aus Wissenschaft und Industrie wurde von Stephan Held vom Forschungsinstitut für Diskrete Mathematik der Universität Bonn mitorganisiert.
Jahrzehntelange Erfahrung im Chipdesign
Das Forschungsinstitut für Diskrete Mathematik ist Teil des Exzellenzclusters ,,Hausdorff Center for Mathematics". Es hat sich über Jahrzehnte als eines der weltweit führenden Zentren für kombinatorische Optimierung, diskrete Mathematik und deren Anwendungen im Chipdesign und in der Routenplanung etabliert. Ziel ist es, mathematische Methoden für praktische Anwendungen in der Mikroelektronik zu entwickeln und nutzbar zu machen - ein Forschungsgebiet von zentraler Bedeutung für die globale Halbleiterindustrie.
Die Bonner Forschenden arbeiten beim Chipdesign seit fast 40 Jahren eng mit dem Unternehmen IBM zusammen. Erst kürzlich haben die Partner ihre Kooperation ausgeweitet und nochmals intensiviert.



