Rekord-Reaktionskaskade liefert Wirkstoffkandidaten für die Krebstherapie
Forscher stellen in zwölf Schritten Centrocountin-Moleküle her, die in die Zellteilung eingreifen. Mit Hilfe von Reaktionskaskaden können neue Wirkstoffe schnell und effizient hergestellt werden. Einmal in Gang gesetzt, führen sie über eine Reihe von Zwischenschritten in einem einzigen Reaktionsgefäß zum gewünschten Endprodukt. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie in Dortmund haben nun einen neuen Weltrekord in der Kaskadensynthese aufgestellt: Über zwölf Zwischenschritte synthetisierten sie komplexe, biologisch aktive Substanzen, die Centrocountine. Diese Stoffe hemmen die Zellteilung und könnten neue Wege für die Entwicklung von anti-Tumorwirkstoffen weisen. Organische Synthesen von komplexen Molekülen sind oft mühsam und zeitraubend: Für ihre Herstellung müssen Chemiker meist viele Einzelschritte hintereinander ausführen und jedes Mal die Zwischenstufen isolieren, bis sie schließlich die gewünschten Stoffe erhalten. Reaktionskaskaden führen dagegen wesentlich schneller zum Ziel: Da sie in einer Art Domino-Effekt ablaufen, genügt es, die Ausgangssubstanzen bereitzustellen und den ersten Schritt anzustoßen, um über eine Reihe von Zwischenstufen zum Endprodukt zu gelangen.




