’Gemeinsam end-lich: Klima-Interdependenzen zwischen Europa und Lateinamerika’

Aktivist*innen und Expert*innen aus Europa und Lateinamerika tauschen sich über wechselseitige Verflechtungen der Regionen bei Energieund Klimapolitik aus

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,,Gemeinsam end-lich: Klima-Interdependenzen zwischen Europa und Lateinamerika’ Bildquelle: Jason Blackeye/Unsplash
An der Freien Universität Berlin kommen vom 18. bis 20. Januar 2024 Forschende und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft aus Lateinamerika und Europa zusammen, um sich über wechselseitige Abhängigkeiten bei Themen wie Energiewende und Klimapolitik auszutauschen. Diskutiert wird unter anderem, welche Folgen die Energiewende oder der geplante Kohleausstieg in Deutschland auf verschiedene Regionen in Lateinamerika haben. Neben mehreren Expertinnen und Experten verschiedener Universitäten nehmen Vertreterinnen und Vertreter unter anderem der katholischen Hilfsorganisation Misereor, der internationalen Menschenrechtsorganisation FIAN oder der Gruppe ,,Extinction Rebellion" teil. Zu Gast sind auch Vertreterinnen und Vertreter verschiedener indigener und afrolateinamerikanischer Gruppen wie zum Beispiel die brasilianische Aktivistin Zica Pires aus dem Quilombo Santa Rosa dos Pretos, die kolumbianische Frauenrechtlerin Yasmín Romero Epaiyú der Wayuú oder der Yupka-Aktivist Juan Pablo Gutiérrez aus Kolumbien. Der dreitägige Workshop unter dem Titel ,,Gemeinsam end-lich: Klima-Interdependenzen zwischen Europa und Lateinamerika" wurde vom Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin und dem internationalem Forschungskolleg ,,Maria Sibylla Merian Centre Conviviality-Inequality in Latin America" (Mecila) organisiert und wird vom BMBF gefördert. Die Veranstaltung wird simultan in Spanisch, Portugiesisch und Deutsch Übersetzt. Die öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, Interessierte können sich anmelden über das Formular. Die Forschenden und Aktivist*innen aus Lateinamerika stehen auch für Medienanfragen zur Verfügung.

,,Konkret geht es in dem internationalen Workshop zum Beispiel, wie sich die Energiekrise in Deutschland durch gestiegene Kohleexporte aus Kolumbien auf die Menschen in der Region ausgewirkt hat", sagt Sérgio Costa vom Lateinamerika-Institut (LAI) der Freien Universität Berlin. Auch der Bau der Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide, die damit verbundene Kontroverse um die Wasserversorgung in der Region und der erhöhte Lithium-Export aus Brasilien werden thematisiert. Deutlich werde, dass auch die vermeintliche harmlose E-Mobilität in Europa negative Umweltund Klimafolgen in anderen Regionen der Welt haben kann.

Ziel der Veranstaltung ist es, Forschende und Betroffene aus den jeweiligen Regionen zu einem Dialog in Deutschland zusammenzubringen. Erörtert werden sollen auch Fragen wie: Welche Chancen und Potenziale gibt es für eine Zusammenarbeit der Klimabewegungen in unterschiedlichen Kontexten? Wie können wir zusammenarbeiten, um Klimakatastrophen abzuwenden und das Ende des Lebens auf unserem Planeten zu verhindern oder zumindest hinauszuschieben? (cxm)

Das wissenschaftliche Ethos der Freien Universität Berlin wird seit ihrer Gründung im Dezember 1948 von drei Werten bestimmt: Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit.