Die Choreografie eines Elektronenpaars
Die Bewegung der beiden Elektronen im Heliumatom lässt sich mit zeitlich genau aufeinander abgestimmten Laserblitzen abbilden und steuern. Physiker verfeinern zusehends ihre Kontrolle über die Materie. Ein deutsch-spanisches Team um Forscher des Max-Planck-Instituts für Kernphysik in Heidelberg hat nun erstmals die Bewegung der beiden Elektronen eines Heliumatoms abgebildet und den elektronischen Paartanz sogar gesteuert. Gelungen ist dies den Wissenschaftlern mit unterschiedlichen Laserblitzen, die sie zeitlich sehr genau aufeinander abstimmten. Dabei verwendeten sie neben sichtbaren Lichtblitzen auch ultraviolette Pulse, die nur einige Hundert Attosekunden dauerten. Eine Attosekunde entspricht dem Milliardstel Teil einer Milliardstel Sekunde. Physiker möchten die Bewegung von Elektronenpaaren nicht zuletzt deshalb gezielt beeinflussen, weil sie damit die Chemie revolutionieren wollen: Wenn sie die gepaarten Bindungselektronen in Molekülen mit Laserpulsen verschieben könnten, würden sie möglicherweise Substanzen erzeugen, die sich mit den üblichen chemischen Mitteln nicht herstellen lassen.




