Aufmerksamkeitsstörungen und Gedächtnisverlust bei Fliegen und Menschen ähnlich
Berlin - Freie Universität Berlin Kommunikations- und Informationsstelle der Freien Universität Berlin Telefon: 030-838 73180 - Telefax: 030-838 73187 - E-Mail: - kommunikationsstelle [and] fu-berlin (dot) de Alle Ansprechpartner ' - Nr. 18/2010 vom 25. Ein deutsch-australisches Team aus Forschern der Freien Universität und des Queensland Brain Institute im australischen Brisbane hat eine Methode entwickelt, mithilfe derer die Aufmerksamkeit von Fliegen gemessen werden kann. Die Entwicklung könnte dazu beitragen, nähere Erkenntnisse über Krankheiten wie Autismus oder Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) beim Menschen zu gewinnen. Professor Bruno van Swinderen am Queensland Brain Institute in Brisbane und Privatdozent Dr. Björn Brembs von der Freien Universität kombinierten genetische Methoden mit Gehirnmessungen und Verhaltenstests. Die Biologen fanden dabei verschiedene Mutationen, die die Aufmerksamkeit der Fliegen entweder erhöhten oder verringerten. Van Swinderen entdeckte mit dem genetischen Taufliegen-Modellsystem Drosophila melanogaster, dass der Grad der Ablenkbarkeit der Tiere fein darauf abgestimmt ist, das richtige Verhalten in der richtigen Situation zu zeigen: "Wir haben eine Fliegenmutante mit Gedächtnisverlust, die kaum von einer Aufgabe abzulenken ist und eine, die sich zu leicht ablenken lässt. Für beide hat das die gleichen Folgen: Lernprobleme " aber aufgrund von völlig unterschiedlichen Ursachen, ganz ähnlich wie Menschen mit Autismus oder ADHS." Die Fliegen wurden mit Methylphenidat gefüttert, ein Mittel, das unter dem Markennamen "Ritalin" für Patienten mit ADHS verschrieben wird.




