Ohne Adhäsions-Moleküle der FLRT-Familie bildet die normalerweise glatte Hirnrinde der Maus Falten aus, die in Aufbau und Struktur dem menschlichen Gehirn entsprechen. Die Nervenzellen im Bild sind nach der zugehörigen Hirnschicht farblich markiert - grün für die äußere und rot für tieferliegende Schichten; andere Zellen erscheinen blau. [weniger]
Der Zusammenhalt wandernder Nervenzellen beeinflusst die Faltung der Großhirnrinde. Falten im Gehirn vergrößern die Oberfläche dieses wichtigen Organs und bieten unter anderem im menschlichen Gehirn so mehr Platz für höhere Funktionen wie Denken und Handeln. Es gibt jedoch auch Säugetiere mit einer glatten Hirnoberfläche, wie zum Beispiel die Maus. Nun haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried einen bisher unbekannten Mechanismus der Hirnfaltung entdeckt. Junge Nervenzellen, die während der Entwicklung eines Gehirns mit glatter Oberfläche zur Hirnrinde wandern, besitzen an ihrer Zelloberfläche sogenannte FLRT-Rezeptoren. Diese sorgen für einen gewissen Zusammenhalt zwischen den Zellen und ein gleichmäßiges Wanderverhalten, was eine glatte Hirnoberfläche begünstigt. Das stark gefurchte menschliche Gehirn besitzt im Vergleich zum Mausgehirn deutlich weniger FLRTs.
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