Blutgefäße einer Zebrafisch-Larve: Fehlt das Gen egfl7, bilden sich die Blutgefäße (grün gefärbt) nicht korrekt. In genetisch unveränderten Fischlarven mit egfl7 führt ein Wirkstoff, der egfl7 blockiert, zu starken Störungen des Gefäßwachstums (oben). In Fischlarven ohne egfl7-Gen kompensieren dagegen andere Gene den Ausfall, so dass der Hemmstoff das Wachstum der Blutgefäße kaum beeinträchtigt (unten). [weniger]
Auswirkungen eines Eingriffs ins Erbgut hängen von der Methode ab. Neue Methoden zur Veränderung des Erbguts sind derzeit in aller Munde: Mit der CRISPR/Cas-Methode beispielsweise können Wissenschaftler Teile des genetischen Code eines Gen ausschneiden und es dadurch ausschalten. Daneben gibt es auch Wege, die Übersetzung von Genen in Proteine zu verhindern. Beide Herangehensweisen verhindern also die Bildung eines bestimmten Proteins und sollten daher vergleichbare Folgen für einen Organismus haben. Es hat sich aber gezeigt, dass es unterschiedliche Konsequenzen haben kann, wenn ein Gen ausgeschaltet oder lediglich blockiert wird. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut in Bad Nauheim haben nun herausgefunden, dass andere Gene für ein ausgeschaltetes Gen einspringen und die Auswirkungen abmildern oder sogar komplett ausgleichen können. Bei einer Blockade der Protein-Produktion scheint es zu einer solchen Kompensation dagegen nicht zu kommen.
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