Schlafmangel erhöht die Fitness

Wenig Schlaf führt bei männlichen Graubruststrandläufern zu größerer Nachkommenschaft. Männliche Graubruststrandläufer, die während der Brutzeit am wenigsten schlafen, zeugen die meisten Jungen. Diesen erstaunlichen Zusammenhang hat nun eine Forschergruppe, angeführt von Bart Kempenaers vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen herausgefunden. Während drei Wochen intensiver Konkurrenz im Dauertag des arktischen Sommers werben die Männchen aktiv um die Weibchen im Wettstreit mit anderen Männchen. Mit Hilfe einer innovativen Sender-Kombination, die Bewegungen, Interaktionen und Gehirnaktivität der Tiere aufzeichnen, konnten die Autoren in Verbindung mit einer Vaterschaftsanalyse zeigen, dass die "schlaflosesten" Männchen die höchste Anzahl an Nachkommen hatten. Dies ist der erste Hinweis für Schlafmangel als ein evolutionär angepasstes Verhalten. Die Ergebnisse stellen daher die allgemeingültige Auffassung in Frage, dass Schlafmangel unweigerlich zu einer verminderten Leistungsfähigkeit führt.
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