ERC Synergy Grant für Klima-Forscher Fabian Hoffmann

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Turbulente Wolken besser verstehen: Meteorologie-Professor der Freien Universität Berlin erforscht Zusammenhang zwischen Wolken und Klimawandel

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Fabian Hoffmann erforscht am FU-Institut für Meteorologie den Zusammenhang zwischen Wolken und Klimawandel. Bildquelle: privat

Fabian Hoffmann ist seit Oktober 2025 Professor für Allgemeine Meteorologie am Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin. Bis September 2025 war er Leiter einer Emmy-Noether-Nachwuchsforschungsgruppe am Meteorologischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Physik von Wolken in verschiedenen Maßstäben, unter anderem in Bezug auf Mikrophysik, Dynamik und die Rolle von Wolken im Klimasystem der Erde. Nun wird er vom Europäischen Forschungsrat gemeinsam mit Forschenden des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation, der Universität Göteborg und der Universität Delft mit einem ERC Synergy Grant gefördert.

Veränderungen in der weltweiten Bewölkung könnten dazu führen, dass sich der Klimawandel weiter verschärft. Das Ausmaß dieses Effekts ist aktuell jedoch noch sehr unklar. Der flächenmäßig dominierende Wolkentyp der Erde ist Stratocumulus. Diese oberflächennahen, flachen und horizontal ausgedehnten Wolken bedecken ein Fünftel der Erdoberfläche. Eine der größten Herausforderungen in der Klimawissenschaft besteht darin, vorherzusagen, wie sich Wolken im Allgemeinen und Stratocumuli im Besonderen in einer sich erwärmenden Welt verändern werden.

Forschung für bessere Klimaprognosen und Wettervorhersagen

Mit ERC Synergy Grants fördert der Europäische Forschungsrat (ERC) die Zusammenarbeit von mehreren Forschenden in interdisziplinären Forschungsprojekten, um wissenschaftliche Durchbrüche zu ermöglichen, die durch Einzelpersonen nicht erreichbar wären. Fabian Hoffmann für seine Arbeit an der Freien Universität Berlin 2,5 Millionen Euro zuerkannt. TurPhyCloud bringt Expertinnen und Experten aus der Experimentalund Theoretischen Physik sowie der Meteorologie zusammen, um die gesamte Bandbreite der Prozesse zu untersuchen, die die Bildung dieser Wolken beeinflussen. Neben Fabian Hoffmann sind Professor Eberhard Bodenschatz (MPI für Dynamik und Selbstorganisation, Göttingen), Professor Bernhard Mehlig (Universität Göteborg) und Pier Siebesma (Universität Delft) an dem interdisziplinären Forschungsprojekt beteiligt.

Das Team wird dazu extrem hochauflösende Messungen auf der finnischen Insel Utö durchführen, welche die gesamte Komplexität von Stratocumulus-Wolken erfassen - von Prozessen auf der Kilometerbis hin zur Mikrometer-Skala. Daraus wollen die Forschenden statistische Modelle für turbulente Prozesse in der Wolkenphysik ableiten, die herkömmliche Simulationen in Bezug auf Genauigkeit und Auflösung übertreffen.

,,Unser Ziel ist es, ein neues Simulationsmodell zu entwickeln, das sich an den Ergebnissen der Feldkampagnen orientiert und durch diese validiert wird", erklärt Fabian Hoffmann. Dieses Modell soll dann in Wetterund Klimamodelle eingebettet werden. ,,Durch die Kombination einzigartiger Messungen mit realistischen Simulationen wird TurPhyCloud Klimaprognosen und Wettervorhersagen maßgeblich verbessern", so der Meteorologe. 

Klima-Forscher Fabian Hoffmann

Fabian Hoffmann studierte Meteorologie an der Leibniz Universität Hannover, wo er auch seine Promotion abschloss. Danach forschte er als CIRES Visiting Fellow an der University of Colorado Boulder und leitete anschließend eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Rahmen seiner Forschung zur Wolkenphysik - von mikrophysikalischen Prozessen wie Regenbildung und Aerosol-Wolken-Interaktionen bis hin zur Rolle von Wolken im Klimasystem der Erde - entwickelte er hochauflösende Lagrangesche Wolkenmodelle, die Turbulenz und Wolkendynamik detailliert abbilden. Hoffmann wurde u.a. mit dem Förderpreis der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft ausgezeichnet. Er ist Mitglied der International Commission on Clouds and Precipitation und engagiert sich in mehreren internationalen Forschungskooperationen, u. a. mit der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), der Hebrew University of Jerusalem und dem Brookhaven National Laboratory.