DoKUS: Stimme der Doktorand*innen

Amatus Beyer (rechts) und Clemens Sonnleitner (links) engagieren sich im Doktora
Amatus Beyer (rechts) und Clemens Sonnleitner (links) engagieren sich im Doktorand*innen-Konvent der Universität Stuttgart Bild: Beyer / Sonnleitner

DoKUS ist die Interessensvertretung der Doktorand*innen der Universität Stuttgart. Vorstandsvorsitzender Amatus Beyer und Vorstandsmitglied Clemens Sonnleitner erklären, wie DoKUS arbeitet und wie man sich einbringen kann.

Herr Beyer, Herr Sonnleitner, was genau ist eigentlich eine Promovierendenvertretung?

DoKUS , der Doktorand*innen-Konvent der Universität Stuttgart, ist in etwa die Fortsetzung der Studierendenvertretung stuvus. Wir engagieren uns für alle, die an der Universität Stuttgart mit Promotionsabsicht forschen und setzen uns für gute Rahmenbedingungen ein. Zudem ist es uns wichtig, Promovierende miteinander zu vernetzen - an der Universität und darüber hinaus.

In Baden Württemberg sieht das Landeshochschulgesetz ausdrücklich vor, dass Promovierende eine offizielle, gewählte Vertretung an der Hochschule haben. Welche Mitgestaltungsmöglichkeiten hat die Promovierendenvertretung an der Universität Stuttgart?

Der DoKUS-Vorstand, der aus Promovierenden verschiedener Fächer besteht, vertritt die Interessen der Promovierenden gegenüber der Universität. Wir stehen dafür im Dialog mit Promovierenden und mit den Organen der Universität. Wir und weitere engagierte Promovierende nehmen an Gremien und Arbeitskreisen teil und beraten zu Themen rund um die Promotion. Wir sind zum Beispiel Teil des Arbeitskreises, der sich mit der Überarbeitung der Promotionsordnung beschäftigt. Zusätzlich haben wir eine Stimme im Senat und den Fakultätsräten.

Unser Anspruch ist es, Dinge zu verbessern, indem wir argumentativ aufzeigen, wo Optimierungspotenzial besteht. Wir möchten an dieser Stelle aber auch für Verständnis werben, dass sich an einer Universität nicht alles von heute auf morgen ändern lässt. Gremienarbeit braucht Zeit. Wichtig ist, dranzubleiben - und das tun wir.

Auch der DoKUS-Vorstand ist ein gewähltes Organ. Können Promovierende sich auch einbringen, ohne in den Vorstand gewählt zu sein?

Wer sich einbringen möchte, ist bei uns jederzeit herzlich willkommen! Mitmachen muss dabei nicht zwangsläufig im Vorstand geschehen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren, zum Beispiel in Arbeitsgruppen oder Projekten. Je nachdem, wie stark man sich einbringen möchte, schaffen wir den passenden Rahmen. Wichtig ist vor allem der Austausch. Um ins Gespräch zu kommen, bieten wir regelmäßig Netzwerkformate an.

Zweimal im Jahr organisieren wir größere Netzwerkveranstaltungen, den PhD Summer Break und den PhD Winter Break. Dort stellen wir die Arbeit von DoKUS kurz vor und beantworten Fragen - viel mehr Programm gibt es aber auch nicht, denn wir wollen Raum geben für den informellen Austausch. Das Format kommt richtig gut an, beim letzten Summer Break hatten wir rund 150 Teilnehmende. Übrigens gibt es auch meist ein Goodie, etwa ein Freigetränk oder Merchandise-Artikel.

Einmal monatlich treffen wir uns zudem beim Stammtisch ,,Promobier". Er bietet die Gelegenheit, Themen in geselligem Rahmen zu besprechen. Jeder darf vorbeikommen, wir freuen uns immer über neue Gesichter!

Einmal pro Monat findet auch eine ,,formelle" DoKUS-Sitzung statt, in hybrider Form. Dort befassen wir uns mit allen Themen, die die Promovierenden direkt oder indirekt betreffen: Hochschulpolitische Reformen werden ebenso diskutiert wie die Organisation des nächsten Events.

Alle Termine publizieren wir auf unserer Website. Wer auf dem Laufenden über unsere Arbeit und unsere Events bleiben will, kann sich auch in unsere Mailverteiler eintragen.

Nehmen Sie persönlich denn auch etwas aus Ihrem Engagement mit?

Auf jeden Fall. Über DoKUS lernt man Promovierende aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen kennen und bekommt Einblicke in vielfältige akademische Kulturen und Denkweisen - das ist immer wieder faszinierend. Trotz der Vielfalt haben viele von uns während der Promotion ähnliche Fragen und Herausforderungen. Der Austausch stärkt gegenseitig und hilft, eigene Lösungen zu finden.

Wie gelingt aus Ihrer Erfahrung ein guter Start in die Promotion und in den universitären Alltag? Welchen Tipp würden Sie neuen Promovierenden mitgeben?

Vernetzt euch! Geht zu Veranstaltungen und kommt mit anderen Promovierenden ins Gespräch. Das ist der beste Weg, um sich Insiderwissen zu allen wichtigen Themen abzuholen und sich zu orientieren.

Amatus Beyer promoviert am Institut für Stochastik und Anwendungen. Im Zentrum seiner Doktorarbeit steht die mathematische Modellierung und Simulation zellulärer Systeme. Er untersucht, wie Mechanismen dazu führen, dass Einzelzellen sich in multizelluläre Strukturen organisieren, analog der Embryonalentwicklung. Bereits während seines Studiums an der Universität Stuttgart engagierte er sich in der Fachschaft. Seit zwei Jahren ist er im DoKUS-Vorstand aktiv und hat den Vorsitz inne.

Clemens Sonnleitner promoviert am Institut für Navigation. Er forscht daran, wie man den Luftraum und Flugzeugpositionen zuverlässig überwachen kann, indem man Daten von Funksignalen benutzt und diese mit mathematischen Verfahren auswertet. Damit will er die kooperative Luftraumüberwachung im zivilen Bereich sicherer und effizienter machen. Im Vorstand von DoKUS engagiert Sonnleitner sich seit drei Jahren.

DoKUS: Doktorand*innen-Konvent der Universität Stuttgart