Transparente Strukturen und qualitätsgeprüfte Prozesse sichern Spitzenleistung in Studium und Lehre

Seit Mitte März ist es offiziell: Die Universität Bonn ist systemakkreditiert. Damit wird ihr partizipativ erarbeitetes internes Qualitätssicherungssystem für Studium und Lehre als leistungsfähig, verlässlich und zukunftsfähig anerkannt. Denn die Universität darf ihre Studiengänge ab sofort selbst intern überprüfen und mit dem Siegel des Akkreditierungsrates auszeichnen - auf Grundlage klar definierter, bundesweit verbindlicher Standards.
Damit wird der Universität Bonn bestätigt, dass sie über transparente, strukturierte und wirksame Verfahren verfügt, um ihre Studienangebote kontinuierlich weiterzuentwickeln. ,,Unsere Studierenden profitieren unmittelbar davon, wenn Studienprogramme fortlaufend an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst werden. Die Systemakkreditierung gibt uns die strukturelle Freiheit, Innovation mit verlässlicher Qualität zu verbinden", betont Klaus Sandmann, Prorektor für Studium, Lehre und Hochschulentwicklung.
Was Systemakkreditierung bedeutet
Bei der Systemakkreditierung wird das gesamte interne Qualitätsmanagementsystem einer Universität in den Blick genommen. Entscheidend ist die Frage, ob die internen Prozesse so organisiert sind und konsequent angewendet werden, dass sie dauerhaft hochwertige Studiengänge gewährleisten. Für die Universität Bonn wurde diese Frage klar bejaht: Alle Studiengänge durchlaufen weiterhin regelmäßige Prüfund Optimierungsverfahren, die in ein umfassendes, aufeinander abgestimmtes Qualitätsmanagementsystem eingebettet sind. ,,Für mich ist es hierbei eine großartige Erfahrung, dass das partizipativ erarbeitete Qualitätsmanagementsystem von unseren Studierenden, den Lehrenden und den in der Studienorganisation Verantwortung tragenden als gemeinsame Aufgabe begriffen und ausgefüllt wurde", erklärt Prorektor Sandmann.
Qualität als kontinuierlicher Entwicklungsprozess
Ein zentrales Merkmal des Qualitätssystems ist sein durchgängiger Charakter durch einen konsequent angewendeten und geschlossenen PDCA-Zyklus - ein iterativer Vier-Stufen-Prozess (Plan, Do Check, Act), der im Qualitätsmanagement für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess genutzt wird. Qualität wird nicht punktuell, sondern dauerhaft, regelmäßig und kontinuierlich selbstkritisch überprüft und weiterentwickelt. Klar definierte Qualitätsziele sowie systematische Evaluationen und Rückkopplungsschleifen bilden die Grundlage für systematische Verbesserungen.
Studierende, Lehrende, Forschende sowie Mitarbeitende der Verwaltung sind strukturell in die Akkreditierungsund Evaluationsprozesse eingebunden, interne Gremien und externe Expertise begleiten die Qualitätssicherung transparent und verbindlich. So entstehen ein kontinuierlicher Dialog und eine gelebte Qualitätskultur innerhalb der Universität, die auf diese Weise eine starke Grundlage für nachhaltige Qualität bilden.
Forschung und Lehre noch enger verzahnt
Für eine forschungsstarke Universität wie Bonn ist es entscheidend, dass neue wissenschaftliche Entwicklungen zeitnah in die Lehre einfließen. Forschungsergebnisse, neue Schwerpunktsetzungen oder interdisziplinäre Initiativen können dank der Systemakkreditierung schneller curricular verankert werden. Neue kompetenzorientierte Konzepte, Prüfungsformen und Lehrformate lassen sich effizient in Studienprogramme integrieren. ,,Mit der Systemakkreditierung setzen wir ein starkes Signal für die Zukunft der Lehre an unserer Exzellenzuniversität. Wir schaffen nicht nur mehr Gestaltungsspielräume, sondern stärken zugleich die Verlässlichkeit und Transparenz unserer Qualitätsprozesse. Davon profitieren alle, von Studierenden bis zu Lehrenden und Forschenden", so Sandmann.
Konkrete Vorteile für Studierende, Lehrende und Forschende
Die Systemakkreditierung stärkt nicht nur Strukturen, sondern bringt greifbare Vorteile für verschiedene Gruppen innerhalb der Universität.
- Für Studierende bedeutet dies qualitätsgeprüfte und transparent evaluierte Studiengänge. Studierende sind zudem verbindlich in Qualitätsverfahren eingebunden. Rückmeldungen aus Evaluationen können zügig in Verbesserungen umgesetzt werden - etwa bei Modulstrukturen, Prüfungsformen oder Beratungsangeboten.
- Lehrende und Forschende gewinnen mehr Gestaltungsspielraum und gleichzeitig Planungssicherheit, da klare Verfahren und ein abgestimmtes Qualitätssystem verlässliche Rahmenbedingungen schaffen und Freiräume für innovative Lehre eröffnen. Zudem wird die Ausrichtung von Studiengängen an Forschungsschwerpunkten und die internationale Sichtbarkeit der Studienprogramme gestärkt.
- Für Mitarbeitende in der übergreifenden Verwaltung sowie in den Fakultäten und dem Bonner Zentrum für Lehrerbildung (BZL) sind professionalisierte interne Abläufe, klare Zuständigkeiten und Prozesssicherheit sowie die Investition in eigene Qualitätsstrukturen statt externe Einzelverfahren Vorteile, die durch die Systemakkreditierung entstanden sind. Diese Entwicklung hat wesentlich zu einer sich gegenseitig unterstützenden und die gemeinsame Zielsetzung tragenden Vernetzung aller Beteiligten geführt.
Nachhaltige Strukturen und professionelle Unterstützung
,,Die externe Bestätigung zeigt, dass unsere Verfahren tragfähig, transparent und effizient sind. Wir haben nachhaltige Strukturen aufgebaut, die die Fakultäten und das BZL unterstützen und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, um eine Qualitätskultur zu leben. Das stärkt die gesamte Organisation", erklärt Wibke Petras, Dezernentin für Studium, Lehre und Planung. Zusammen mit Prorektor Sandmann als Projektleitung sowie ihren Kollegen aus der Stabsstelle Qualitätsmanagement und Digitalisierung Studium und Lehre bildet sie das Team Systemakkreditierung. Petras betont zudem, dass mit der Siegelvergabe kein Punkt hinter die erfolgreich etablierten und geprüften Qualitätssicherungsund -entwicklungsverfahren gesetzt werde. Im Gegenteil bedeute der Übergang in den Regelbetrieb eine kontinuierliche Fortsetzung der bewährten Prozesse: ,,Wir haben im Rahmen des Projekts die Rahmenstrukturen geschaffen, uns systematisch, zielorientiert und nachhaltig über unsere Studienprogramme und deren kontinuierliche Qualitätsentwicklung zu verständigen und in diesem Sinne uns fortwährend an unseren hohen Qualitätsmaßstäben im Bereich Studium und Lehre an der Universität Bonn zu messen."



