Negatives Menschenbild macht egoistisch

Im Teufelskreis der Verwahrlosung: Kleine Anzeichen wie Grafitti oder  zerbroche
Im Teufelskreis der Verwahrlosung: Kleine Anzeichen wie Grafitti oder zerbrochene Scheiben können sich gegenseitig verstärken und zum völligen Verfall ganzer Stadtviertel führen - wenn nicht gegen gesteuert wird.
Die Erwartungshaltung über das Verhalten der Mitmenschen bestimmt maßgeblich, ob Menschen miteinander kooperieren. Die ursprüngliche Erwartung ist zudem schwer zu revidieren. "Dies gilt vor allem, wenn es sich um eine negative Vorstellung handelt",  fasst Michael Kurschilgen vom Max-Planck-Institut für Gemeinschaftsgüter in Bonn eines der wichtigsten Ergebnisse einer Studie zusammen, bei der er gemeinsam mit seinen Kollegen Christoph Engel und Sebastian Kube die Ergebnisse von Gemeinwohlspielen unter die Lupe nahm. Die eigene Erwartung wird so zur selbsterfüllenden Prophezeiung: Wer von Egoismus ausgeht, trifft dann tatsächlich häufiger auf unkooperatives Verhalten bei seinen Mitmenschen. In früheren Studien hatten andere Forscher Teilnehmer in Bonn und London mit solchen - in der experimentellen Ökonomie sehr beliebten Spielen - erfolgreich in eine soziale Zwickmühle gebracht. Engel, Kube und Kurschilgen nutzten die Vorlagen für ihre Studie, die sie auf einen Aspekt fokussierten, der auch Sozialpolitiker und Stadtplaner interessieren dürfte. "Wir wollten herausfinden, ob die "broken windows"-Theorie auch im Labor funktioniert", erläutert Michael Kurchilgen.
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