Macht seinem Namen alle Ehre: Manduca sexta (Manduca: lat. Vielfraß). Ein Weibchen des Tabakschwärmers Manduca sexta legt seine Eier auf den Blättern einer Tabakpflanze ab, nachdem es zuvor deren Blüten bestäubt hat. Aus dem vermeintlichen Freund wird somit ein Feind, denn aus den Eiern schlüpfen später hungrige Raupen, die sich zu wahren Fressmaschinen entwickeln können. [weniger]
Tabakpflanzen manipulieren Bestäuber und Fraßfeinde mit ihrem Blütenduft und Nektarangebot. Manche Bestäuber leisten einer Blütenpflanze nicht nur Hilfsdienste bei der Fortpflanzung, sondern legen im Anschluss an die Bestäubung ihre Eier ab. Daraus schlüpfen später gefräßige Raupen. Ihr unersättlicher Appetit kann das Todesurteil für die Pflanze bedeuten. Blüten locken also nicht nur Bestäuber sondern auch Fraßfeinde an. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena konnten in Feldversuchen nachweisen, dass der Duft und der Nektar des Kojotentabaks Nicotiana attenuata die Auskreuzungsrate, also den Genfluss zwischen unterschiedlichen Pflanzen, nach Bestäubung durch drei unterschiedliche Pollenüberträger erhöhen. Beide Blütenmerkmale, in stärkerem Maße aber die Menge des Nektars, beeinflussen die Anzahl der abgelegten Motteneier des Tabakschwärmers Manduca sexta .
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