Spitzenförderungen für Spitzenforschung in der Chemie

Mann schaut in die Kamera
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Professor Daniele Leonori erhält hochdotierte Auszeichnungen und stärkt mit Millionenförderungen die Forschung an der RWTH.

Mit seiner Forschung im Bereich der Photochemie vereinfachen Daniele Leonori und sein Team die Herstellung von Molekülen, die in Medikamenten, Textilien und Smartphone-Displays zum Einsatz kommen. Für seine wissenschaftlichen Erfolge wurde der Professor für Organische Chemie an der RWTH mehrfach ausgezeichnet: Er erhielt gleich zwei hochdotierte ERC Grants - den ERC Consolidator Grant sowie den ERC Proof-of-Concept Grant, zwei der renommiertesten Förderungen auf europäischer Ebene.

Darüber hinaus hat der italienische Wissenschaftler neun Marie-Curie-Stipendien mit einem Gesamtwert von 1,8 Millionen Euro eingeworben. Zusätzlich erhielt er Fördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für Infrastruktur und Forschungsprojekte sowie ein Humboldt-CAPES-Stipendium. Insgesamt belaufen sich diese zusätzlichen Mittel auf mehr als 1,5 Millionen Euro. Seit seiner Berufung an die RWTH hat Leonori erfolgreiche Kooperationen mit der Industrie aufgebaut, die seine Forschung noch praxisnäher machen. Die Arbeiten seines Teams finden weltweit Anerkennung und erscheinen regelmäßig in angesehenen wissenschaftlichen Zeitschriften wie Nature, Science, Nature Chemistry, Nature Catalysis and Nature Synthesis.

Durch die verschiedenen Förderprogramme und Stipendien, die der Wissenschaftler für sein Institut einwirbt, stelle er sicher, dass er einen konstanten Fluss fähiger Forschenden in sein Team integrieren kann, die ihr Wissen weitergeben können, sagt Leonori. ,,Diese Förderungen ziehen Spitzenforschende aus der ganzen Welt an, wodurch sich eine sehr diverse Gruppe von Menschen ergibt. Das ist für mich sehr wichtig", so der Forscher. Je diverser das Team, desto größer ist die Bandbreite an Fachwissen, Perspektiven und kreativen Lösungsansätzen.

Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Forschung wider. ,,In der Chemie ist es essenziell, eigene Fragestellungen zu entwickeln", erklärt Leonori. Gemeinsames Forschen bedeute zwar auch, gemeinsam Rückschläge zu erleben, doch daraus entstehe Ehrgeiz - und am Ende gemeinsamer Erfolg. ,,Die Promotionsstudierenden lernen, mit Frust umzugehen, wenn ein Experiment misslingt, aber sie lernen auch, dieses negative Gefühl in etwas positives zu verwandeln", erläutert der Professor. Jede Veröffentlichung wird daher im Team gefeiert.

Effizientere Wege zur Molekülherstellung finden Eine zentrale Aufgabe in der synthetischen Chemie besteht darin, effizientere Wege zur Molekülherstellung zu finden. Diese Moleküle sind überall im Alltag zu finden - sei es in Medikamenten, Lebensmitteln, in Kleidung sowie im Handydisplay. ,,Wenn wir nun neue Wege finden, um die Herstellung dieser Moleküle zu vereinfachen, beschleunigen wir den Prozess", sagt Leonori. Sein Team setzt dabei auf Licht, um gezielt chemische Reaktionen auszulösen - ein Ansatz aus der Photochemie, den sie kontinuierlich weiterentwickeln.

Aufgewachsen ist Daniele Leonori in einem kleinen Dorf in der Nähe von Perugia in der Mitte Italiens. Seine Mutter ist Apothekerin, der Vater Arzt. Auch Leonori erwog anfangs ein Medizinstudium. Im Chemieunterricht habe es bei ihm jedoch ,,Klick" gemacht und für ihn stand schnell fest, dieses Fach zu studieren. Spätestens nach seiner Promotion war für ihn klar, dass er in die Forschung möchte. ,,Es war eine spannende Reise auf dem Weg zu meiner Berufung als Professor", erinnert sich der Wissenschaftler.

Nach seinem Masterstudium der Pharmazeutischen Chemie zog es ihn für seine Promotion nach England an die Universität in Sheffield. Zwei PostDoc-Stellen absolvierte er zum einen an der RWTH Aachen und am Max-Planck-Institut für Kolloidund Grenzflächenforschung in Potsdam. Nach seiner Rückkehr nach England war er einige Jahre als Dozent an der Universität in Manchester angestellt, um 2020 als Professor berufen zu werden. Zwei Jahre später folgte er dem Ruf der RWTH und hat seitdem eine W3-Professur inne am Institut für Organische Chemie.