Sexuelle Gewalt verhindern
MHH-Ambulanz ,,I CAN CHANGE" bietet Prävention und Behandlung dysregulierter Sexualität - erste Erfolge seit Eröffnung im Frühjahr Unter dem Hashtag metoo schildern momentan weltweit Frauen in sozialen Netzwerken ihre Erfahrungen mit sexueller Gewalt; das Ausmaß der Schilderungen zeigt, wie sehr sexuelle Gewalt Teil des Alltags und der Gesellschaft ist. Nach aktuellen Studien wird in Europa jede zwanzigste Frau im Laufe ihres Lebens Opfer einer Vergewaltigung. 2016 wurden in Niedersachsen 954 Fälle von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung angezeigt; in 98 Prozent der Fälle waren die Tatverdächtigen Männer; etwa zwei Drittel der Opfer stammen aus dem Nahfeld der Täter, waren also Partner oder Bekannte. Dabei existiert ein erhebliches Dunkelfeld: So wenden sich weniger als zehn Prozent der Frauen in Deutschland im Falle sexueller Gewalt an die Polizei und nur drei bis vier Prozent der Fälle werden zur Anzeige gebracht. Für tatgefährdete Personen gibt es bislang nur wenige spezialisierte Behandlungsangebote. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) richtet sich mit ihrem Projekt ,,I CAN CHANGE" an Menschen, die fürchten, ihre sexuellen Impulse nicht mehr kontrollieren zu können. Dazu gehören neben dem exzessiven Konsum von Pornografie auch sexuelle Gewaltfantasien und sexuelle Übergriffe auf Frauen.


