Eine Schale wie aus dem Lehrbuch: Die Kalzit-Kristalle in der prismatischen Schicht der Großen Steckmuschel wachsen so, wie es Theorien der Materialphysik für das Kristallwachstum in nicht-biologischen Systemen vorhersagen. Daraus schließen die Potsdamer Max-Planck-Forscher, dass die Muschel nur die physikalischen Randbedingungen vorgibt, die Bildung der Mikrostruktur darüber hinaus aber nicht beeinflusst. [weniger]
Die große Steckmuschel nutzt für das Wachstum ihrer Kalzitschale physikalische Gesetze, die sich in technischen Prozessen nachahmen lassen. Muscheln sind wahre Meister der Biomineralisation. Nicht nur, dass sie aus einfachen Substanzen besonders harte und feste Verbundwerkstoffe für ihre Schalen bilden. Das Material entsteht auch auf vorbildhafte Weise. Das hat ein deutsch-französisches Team um Forscher des Max-Planck-Instituts für Kolloidund Grenzflächenforschung in Potsdam-Golm herausgefunden, als sie die Schale der großen Steckmuschel Pinna nobilis untersuchten und dabei erstmals ein genaues Bild des Kristallwachstums erhielten. Demnach entwickeln sich die Kalzit-Kristalle in der äußeren prismatischen Schicht der Schale genauso, wie es auch bei Körnern in Metallen und Legierungen beobachtet und durch Theorien beschrieben wird. Dabei werden einige große Kristallite immer größer und verdrängen allmählich kleinere Kristallkörner.
UM DIESEN ARTIKEL ZU LESEN, ERSTELLEN SIE IHR KONTO
Und verlängern Sie Ihre Lektüre, kostenlos und unverbindlich.