Europaweites Großprojekt mit Aachener Beteiligung soll neues Material marktfähig machen
Graphen, die erst 2004 entdeckte zweidimensionale Form von Kohlenstoff, hat eine rasante Entwicklung genommen und gilt als eines der hoffnungsvollsten Materialien für die Informationstechnologie der Zukunft. Dies liegt an einer außergewöhnlichen Kombination von Eigenschaften: Graphen ist fast so hart wie Diamant, kann aber trotzdem wie ein Gummi gedehnt werden bevor es reißt. Es leitet Wärme besser als Kupfer, elektrischen Strom besser als Silizium und ist nahezu durchsichtig, da es eine Dicke von nur einem Atom hat. Es ist chemisch ziemlich unangreifbar, undurchdringbar für fast alle Elemente und basiert auf dem gut zugänglichen Material Kohlenstoff. Da es inzwischen in großen Mengen sowohl chemisch als auch physikalisch hergestellt werden kann, stehen die Anwendungsmöglichkeiten des neuen Materials als elektronische Tinte zum Schreiben elektronischer Schaltungen und als Basis für faltbare Handydisplays oder auch als härtere und zugleich leichtere Tennisschläger erst am Anfang. Neue ultraschnelle Transistoren, extrem schnelle Optokoppler, neuartige Konzepte für erheblich schneller ladbare Akkus, individuelle Sequenzierung von DNA-Strängen und sogar Wasserentsalzungsanlagen stehen bereits auf der Agenda. Aachen prominent im Großprojekt vertreten Das durch die EU geförderte FET Flagship-Programm Graphen, das voraussichtlich mit einer Milliarde Euro über zehn Jahre gefördert werden soll, hat zum Ziel, eine Vielzahl dieser Möglichkeiten in ökonomische Realität zu überführen.




