Podcast: Germanistin Christine Dimroth über den Fremdsprachenunterricht an Schulen und Sprachensterben

Zudem plädiert die Sprachwissenschaftlerin dafür, insbesondere bei Zuwanderern zwischen der sprachlichen und beruflichen Kompetenz zu unterscheiden. Die Tatsache, dass ein Arzt mit einem Akzent spreche, habe nichts mit dessen medizinische Fähigkeiten zu tun. "Als Einwanderungsgesellschaft sollten wir andere Sprachen oder Sprachvarietäten nicht als Bedrohung oder Konkurrenz zu unserer eigenen Sprache einstufen", betont Christine Dimroth. "Insbesondere vor dem Hintergrund der notwendigen Fachkräfteeinwanderung müssen wir uns daran gewöhnen."
Und wie bewertet die Germanistin das Aussterben vieler Sprachen? Einerseits sei es "bedauernswert", dass Schätzungen zufolge von den weltweit rund 7.000 Sprachen mehr als die Hälfte vom Aussterben bedroht ist. Andererseits sei dieser Trend eine "Normalität des sprachlichen Handelns". Demnach würden die meisten Menschen Sprachen lernen, die ihnen die größte Lebenschancen eröffnen - sei es im Alltag, in der Bildung oder im Beruf. "Viele werden zu den Sprachen übergehen, mit denen sie eine hohe kommunikative Reichweite haben. Das lässt sich kaum verhindern", erklärt Christine Dimroth.
Umdenken - der Podcast der Universität Münster Im Podcast der Universität Münster kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen zu Wort. Sie berichten über ihre Forschungsschwerpunkte, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und ihre persönliche Motivation. Alle Folgen sind auf Spotify, Deezer, Apple Podcasts und unter folgendem Link zu hören: https://www.uni-muenster.de/kommunikation/podcast/index.html
