Studierende sowie eine Expertin und ein Experte aus der Zentralen Studienberatung geben Tipps für die Prüfungsphase

Amrit Malhotra, Studienberaterin:
Zunächst ist es ratsam, das Material zu sichten, das für den weiteren Lernprozess wichtig ist, etwa Vorlesungsfolien oder Altklausuren. Oftmals hilft es, die vielen Informationen zusammenzufassen, sodass sie für Sie selbst leicht zugänglich sind. Schreiben Sie das Material aber nicht nur ab. Versuchen Sie, die Inhalte zu strukturieren, Zusammenhänge herzustellen, beispielsweise in Form einer Mindmap. Das hilft dabei, sich das Gelernte besser einzuprägen.
Sebastian Gräfe, Studienberater:
Stellen Sie sich in schwierigen Lernphasen die Frage: Wie bekomme ich eine gewisse Lockerheit und vielleicht sogar eine Prise Humor in den Lernprozess? Dabei sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. So können Sie sich beispielsweise eine Geschichte aus den Lerninhalten zusammenstellen, oder Sie verknüpfen sie gedanklich mit Bildern, die Sie in der Prüfung abrufen. Mir hat es beispielsweise häufig in schwierigen Lernphasen geholfen, das Gelernte laut im Dialekt meines Heimat-Bundeslandes wiederzugeben.
Marie Schacht, Studentin:
Wenn ich mich an den Schreibtisch setze, habe ich oft das Gefühl, von den Inhalten erschlagen zu werden und gar nicht zu wissen, wo ich anfangen soll. Oft bin ich frustriert und denke, dass ich den Stoff nicht verstehe und mir ihn bis zur Klausur nicht merken kann. Vielen meiner Mitstudierenden geht es genauso, daher gehe ich alles mit ihnen durch, um die Inhalte zu verstehen. Danach müssen wir sie nur noch wiederholen.
Leo Nienhaus, Student:
Laptops und Tablets sind aus den Hörsälen und Seminarräumen nicht wegzudenken - kein Wunder: anschauliche, hübsch visualisierte Notizen und eine Fülle an digitalen Tools und Lernvideos erleichtern und unterstützen den Lernprozess. Aber sie verleiten auch zu Ablenkung und Prokrastination.
Daher habe ich festgestellt, dass ich mir Inhalte besser merken kann, wenn ich sie handschriftlich aufschreibe. Während ich in Vorlesungen oft mit dem Laptop arbeite, greife ich in der Prüfungsphase zu Stift und Block. Der Schreibprozess bewirkt zwangsläufig eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Gegenstand, fördert die Konzentration und hilft, den Lernstoff zu verinnerlichen. Verschiedene Studien belegen, dass handschriftliches Lernen die Gehirnvernetzung stärkt. Digitale Tools nutze ich ergänzend, doch vor Klausuren bleibt die klassische Methode für mich unschlagbar - zeitlos und effektiv.
Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung wissen


