Delmic lizenziert Kryo-Workflow Tools

Neues Produkt zur Vereinfachung der Kryo-Elektronentomografie kommt auf den Markt

Delmic Cryo B.V. und Max-Planck-Innovation haben einen Lizenzvertrag für die Produktion und den Vertrieb von Kryo-Workflow Tools vereinbart, die ursprünglich am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie erfunden und entwickelt wurden. Die Kryo-Workflow Tools reduzieren Eiskontaminationen, die ein häufiges Problem im Workflow der Kryo-Elektronentomografie darstellen. Das neue Produkt mit dem Namen ,,Delmic CERES Ice Defense System" wird im März 2021 auf den Markt gebracht. Es wird dazu beitragen, den Durchsatz zu steigern und den Gewinn neuer Kenntnisse in den Lebenswissenschaften zu vereinfachen.

Die Kryo-Elektronentomografie erzeugt hochauflösende 3D-Bilder. Die Bildgebungstechnik wird in den Lebenswissenschaften oftmals zur Untersuchung von biologischen Makromolekülen und Zellen eingesetzt. Aufgrund ihrer höheren Auflösung bietet sie noch tiefere Einblicke in die Zellstruktur als die konventionelle Lichtmikroskopie. Zu diesem Zweck werden die Proben in nichtkristallinem Eis immobilisiert und bei einer Temperatur von unter -150 °C abgebildet. Diese kryogenen Bedingungen ermöglichen es, Proben ohne chemische Fixierung oder Dehydration zu untersuchen. So wird eine Verzerrung oder Störung der biologischen Strukturen der Probe verhindert. Die Probenvorbereitung ist jedoch sehr komplex, insbesondere, um die Bildung von Eiskontaminationen (z. B. Bildung von kristallinem Eis) zu verhindern, da dies die strukturelle Integrität der Probe beeinträchtigen kann. Das niederländische Unternehmen Delmic, das Lösungen für die Lichtund Elektronenmikroskopie anbietet, hat nun eine innovative Technologie entwickelt, die auf den Erkenntnissen des Max-Planck-Instituts basiert. Die neuen leistungsstarken Kryo-Lösungen sollen Forscherinnen und Forschern dabei helfen, Kryo-Elektronentomografie-Proben einfacher und effektiver vorzubereiten.

Die Kryo-Workflow Tools werden den Namen CERES Ice Defense System tragen. Die Tools Antikontaminator, Glovebox und Hochvakuum-Kryotransfer (HVCT) können zusammen oder einzeln verwendet werden, um Eiskontaminationen während der Lamellenvorbereitung zu minimieren. Der Antikontaminator (CERES Ice Shield) besteht aus einem Kryo-Shutter, der mit flüssigem Stickstoff gekühlt wird. Er ermöglicht eine kältere Oberfläche in unmittelbarer Nähe der Kryo-Probe und verhindert, dass Restfeuchtigkeit in der Kammer auf der Probe kondensiert. Auf diese Weise wird die unerwünschte Eisbildung auf der Probe drastisch reduziert. Das Handschuhfach (CERES Clean Station) kann verwendet werden, um die kryogen gefrorenen Proben für Kryo-FIB (fokussierter Ionenstrahl) und Kryo-TEM (Transmissionselektronenmikroskopie) mit minimaler Eiskontamination vorzubereiten. Dies wird durch eine Umgebung mit > 1% Luftfeuchtigkeit erreicht. Der Hochvakuum-Kryotransfer (CERES Vitri-Lock) dient der Übertragung von Proben im Hochvakuum zwischen der Vorbereitungsstation und dem Kryo-REM (Rasterelektronenmikroskop), um die Eisverunreinigung während des Transfers zu minimieren. Das CERES Ice Defense System wurde bereits an mehrere Forschungsgruppen verkauft und wird nun offiziell im März 2021 auf den Markt gebracht.

Katherine Lau, Geschäftsbereichsleiterin bei Delmic Cryo: ,,Wir freuen uns sehr, mit dem Max-Planck-Institut zusammenzuarbeiten, um diese innovativen Tools Forscherinnen und Forschern im Bereich Kryo-Elektronentomographie zur Verfügung zu stellen. Die Tools passen perfekt zu unserer Unternehmensmission, die Welt zu einem gesünderen Ort zu machen, indem wir die Einblicke in die Bausteine des Lebens im Rahmen der Kryo-Elektronentomographie vereinfachen." ,,Mit Delmic haben wir ein innovationsgetriebenes Unternehmen gefunden, das leistungsstarke Mikroskopie-Lösungen für die Forschung anbietet. Die Erfindung des Max-Planck-Instituts für molekulare Physiologie passt perfekt zum Produktportfolio von Delmic und wird die Kryo-Elektronentomographie Forschung weiter vereinfachen, um in Zukunft ein besseres Verständnis von Organismen zu erhalten. Wir sind glücklich über die Partnerschaft und freuen uns auf die Produkteinführung", sagt Ingrid Kapser-Fischer, Patentund Lizenzmanagerin bei Max Planck Innovation, der Technologietransfer-Organisation der Max-Planck-Gesellschaft.


This site uses cookies and analysis tools to improve the usability of the site. More information. |