Serviceroboter der Universität Bonn überzeugen bei den offenen deutschen Meisterschaften in Köln

Die offenen deutschen RoboCup-Meisterschaften finden jährlich statt. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass die ansteckende Energie der Teilnehmenden und die Innovationskraft des Wettbewerbs ein klares Signal für die Zukunft der deutschen Robotik setze. In der @Home-Liga werden Assistenzroboter zur Unterstützung hilfebedürftiger Personen in Alltagsumgebungen getestet. Die intelligenten Haushaltsroboter sind ein Beispiel für KI-basierte Mehrzweckroboter, die die Bundesregierung durch Leitprojekte im KI-Robotikbooster der Hightech Agenda Deutschland fördern möchte.
Neue Regeln
In diesem Jahr wurden die Regeln des Wettbewerbs stark überarbeitet. In der Vorrunde mussten die Roboter ihre Fähigkeiten bei fünf komplexen Tests in einer realistischen häuslichen Umgebung und einem vorher unbekannten Restaurant unter Beweis stellen. Sie sollten Besucher in Empfang nehmen und diese anderen Personen vorstellen, die Küche aufräumen und den Frühstückstisch decken, Wäsche aus der Waschmaschine entnehmen und falten, sowie Gäste im Restaurant bedienen. Besonders herausfordernd war der Allzweckroboter-Test, bei dem Roboter komplexe Sprachkommandos assistenzbedürftiger Personen verstehen und selbständig umsetzen mussten.
Neuer Assistenzroboter
Neben dem bewährten Haushaltsroboter aus dem Vorjahr hat das Team NimbRo der Universität Bonn für diesen Wettbewerb einen neuen, leichteren Assistenzroboter in Betrieb genommen. Dieser hat einen menschenähnlichen Oberkörper mit zwei gelenkigen Armen, die in Dreifingerhänden mit taktilen Sensoren enden. Der Roboter nimmt seine Umgebung mittels Kameras, Laserscannern und einem Mikrofon wahr. Er bewegt sich sicher auf einem Allseitenfahrwerk in beengten Innenräumen und kam zum Einsatz, um Wäsche aus der Waschmaschine zu entnehmen.
Klarer Sieg
Die Bonner Haushaltsroboter werden am Lehrstuhl für Autonome Intelligente Systeme der Universität Bonn entwickelt. Sven Behnke, Direktor des Instituts für Informatik VI - Intelligente Systeme und Robotik der Uni Bonn sowie Leiter des Forschungsgebiets Embodied AI des Lamarr-Instituts für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz, sagte nach dem Wettbewerb: ,,Ziel unserer Forschung ist es, dass assistenzbedürftige Menschen länger selbstbestimmt in ihrer gewohnten Umgebung leben können." Sven Behnke ist auch Mitglied in dem Transdisziplinären Forschungsbereich (TRA) ,,Modelling" der Universität Bonn. Da Alltagsumgebungen zahlreiche Herausforderungen beinhalten, ist noch viel Forschungsund Entwicklungsarbeit und der Transfer in die Anwendung nötig. Hierfür sind die Methoden der Künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens entscheidend.




