Mögliche Ursache für mexikanische Epidemie aus der Kolonialzeit identifiziert

Bildunterschrift: Åshild J. Vågene im Reinraumlabor des Max-Planck-Instituts für
Bildunterschrift: Åshild J. Vågene im Reinraumlabor des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte. Bildnachweis: Elizabeth Nelson
Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte und der Universität Tübingen. Das Bakterium Salmonella enterica, welches enterisches Fieber auslöst, könnte die lang debattierte Ursache der ,,Cocoliztli"-Epidemie sein, die von 1545 bis 1550 in Mexiko wütete und schwerwiegende Auswirkungen auf die indigene Bevölkerung Mesoamerikas hatte. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte, der Universität Harvard und des Nationalen Instituts für Anthropologie und Geschichte Mexikos sowie unter Beteiligung der Universität Tübingen hat eine neuartige Software zur Datenanalyse verwendet, mithilfe derer aus alter DNA die möglichen Erreger einer der zahlreichen Epidemien im kolonialen Amerika identifiziert werden konnten. Viele Epidemien breiteten sich im 16.Jahrhundert großflächig in der ,,Neuen Welt" aus. Zwar wurden die Symptome dieser Krankheiten in zeitgenössischen Berichten gut beschrieben, aber die genauen biologischen Ursachen der kolonialen Epidemien sind anhand dieser historischen Überlieferungen nur schwer zu bestimmen. In der nun vorgelegten Studie, die in Nature Ecology and Evolution veröffentlicht wurde, gelang es dem Team durch neue Methoden zur Analyse alter DNA, Salmonella enterica Paratyphi C, ein Bakterium, das enterisches Fieber verursacht, in den Skeletten von Opfern der ,,Cocoliztli"-Epidemie von 1545-1550 in Mexiko zu identifizieren. Nachdem die einheimischen Bevölkerungsgruppen der amerikanischen Kontinente mit Europäern in Kontakt gekommen waren, fegten Dutzende von Epidemien mit verheerenden Auswirkungen durch die ,,Neue Welt".
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