Oberfläche, Ozean und Kern des Saturnmondes Enceladus. Die Abbildung zeigt die Eiskruste, die an den Polarregionen dünner ist, darunter der Ozean. Es wird angenommen, dass der Kern von Enceladus porös ist und so von Ozeanwasser durchspült werden kann. Die Grafik beruht auf einem neuen Modell, mit dem diese Prozesse unter Einfluss von Saturns Gezeitenkräften dreidimensional simuliert wurden. Die orange ,,glühenden" Teile des Kerns stellen die Bereiche dar, die Temperaturen von mindestens 90 Grad Celsius erreichen.
Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der ,,Motor" für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein. Voraussetzung dafür ist, dass der Mond einen porösen Kern hat, sodass Wasser des darüberliegenden globalen Ozeans in den Kern eindringen kann und dort durch die Reibungswärme erhitzt wird. Das zeigt eine Computersimulation, die im Rahmen der europäisch-amerikanischen Cassini-Huygens-Mission entstanden ist. Sie bietet auch eine Antwort auf die lange ungelöste Frage, woher die Energie stammt, die die Existenz von flüssigem Wasser auf dem kleinen, kryovulkanisch aktivem Mond fern der Sonne ermöglicht. An den Untersuchungen war auch die Forschungsgruppe von Privatdozent Dr. Frank Postberg, Planetologe an der Universität Heidelberg, beteiligt. Bereits 2015 konnten die Wissenschaftler zeigen, dass es hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond geben muss. Aus Eisvulkanen schleudert Enceladus feinste Gesteinskörner in riesigen Fontänen aus Gas und Wassereis in den Weltraum. Diese Partikel konnten mit einem Detektor der Raumsonde Cassini erfasst werden. Sie stammen vom Grund eines über 50. Meter tiefen Ozeans, der sich unter einer drei bis 35 Kilometer dicken Eiskruste von Enceladus erstreckt. Mit Computersimulationen und Laborexperimenten fanden die Wissenschaftler Hinweise darauf, dass es in der Tiefe zu einer Wechselwirkung zwischen Gestein und Wasser kommt - bei Temperaturen von mindestens 90 Grad Celsius. Doch woher kommt die Energie für diese Hydrothermalsysteme, die den Transport von Materie antreiben?
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