Der Wurm Olavius algarvensis unter dem Lichtmikroskop. Dank seiner Symbionten kann er in den nahrungsarmen sandigen Sedimenten gedeihen. [weniger]
Manuel Kleiner, Cecilia Wentrup, Christian Lott, Hanno Teeling, Silke Wetzel, Jacque Young, Yun-Juan Chang, Manesh Shah, Nathan C. VerBerkmoes, Jan Zarzycki, Georg Fuchs, Stephanie Markert, Kristina Hempel, Birgit Voigt, Dörte Becher, Manuel Liebeke, Michael Lalk, Dirk Albrecht, Michael Hecker, Thomas Schweder & Nicole Dubilier Meereswurm ernährt sich mit Hilfe symbiontischer Bakterien von Kohlenmonoxid und Schwefelwasserstoff Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie in Bremen und der Universität Greifswald haben zusammen mit ihren Kollegen aus Freiburg, Italien und den USA in einer in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichten Studie zeigen können, dass ein kleiner Meereswurm, dessen natürliches Nahrungsangebot im sandigen Sediment vor der Küste Elbas doch äußerst bescheiden ist, tödliches Gift auf seinem Speiseplan hat: der Wurm verzehrt Kohlenmonoxid und Schwefelwasserstoff. Der Wurm, mit dem Namen Olavius algarvensis , kann auf diesen Giften gedeihen dank Millionen symbiontischer Bakterien, die unter seiner Haut leben. Diese nutzen die Energie aus Kohlenmonoxid und Schwefelwasserstoff, um Nahrung für den Wurm zu produzieren. Dabei arbeiten die Bakterien ähnlich wie Pflanzen. Doch während Pflanzen die Energie des Sonnenlichts nutzen, um aus Kohlendioxid und Wasser Kohlenhydrate herzustellen, verwenden die Bakterien die Energie aus chemischen Verbindungen. ,,Sie sind dabei so effektiv, dass der Wurm im Laufe der Evolution seinen kompletten Verdauungsapparat inklusive Mund und Darm aufgegeben hat und sich nur über die Symbionten ernährt", erklärt Nicole Dubilier, Leiterin der Arbeitsgruppe Symbiose am Bremer Max-Planck-Institut.
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