Neue Antidepressiva-Zielstruktur in Sicht?
Wann mancht Stress krank? - Die molekulare Beschaffenheit einer Glutamat-Bindungsstelle im Gehirn bestimmt, ob jemand auf Stress sensibel reagiert Erfolg von Depressionstherapie lässt sich vorhersagen - Krankheitscharakteristika und spezielle Genvarianten eines Patienten erlauben eine Voraussage, ob Antidepressiva wirken Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München haben die Genome von insgesamt 4088 Patienten und 11001 gesunden Kontrollpersonen aus aller Welt verglichen und dabei eine neue Risikogenvariante für Depression identifiziert. Erstmalig konnte nachgewiesen werden, dass bereits gesunde Träger dieser Risikogenvariante physiologisch messbare Veränderungen im Gehirn aufweisen. Ursächlich ist ein Transportprotein betroffen, das an der Produktion eines wichtigen Nervenzellbotenstoffs beteiligt ist. Große Hoffnung setzen die Forscher in diesen Faktor als Zielstruktur zukünftiger Antidepressiva, da herkömmliche Medikamente mit ähnlichen Transportmolekülen interagieren. Seit Jahren sind Wissenschaftler weltweit auf der Suche nach den genetischen Ursachen der Depression. Dass es sich dabei um eine aufregende Detektivarbeit handeln kann, berichten Martin Kohli, Susanne Lucae, Bertram Müller-Myhsok und Elisabeth Binder in der jetzt vorliegenden Arbeit. Sie verglichen die Erbsubstanz von depressiven Patienten mit der gesunder Probanden.




