Nanoröhrchen: Zellmembran auf Vorrat

Bildung von Nanoröhrchen in einem Vesikel (rot, Membran) mit zwei  Inhaltss
Bildung von Nanoröhrchen in einem Vesikel (rot, Membran) mit zwei Inhaltsstoffen: PEG (dunkel) und Dextran (grün). Nach dem Schrumpfen des Vesikels bilden sich an der Grenzfläche zwischen den beiden Substanzen Nanoröhrchen. (a-c) vertikaler Querschnitt durch das Vesikel. (d) Blick von oben auf die Nanoröhrchen
Camping-Neulinge wundern sich beim Auffalten eines Zeltes, dass die große Zeltplane in einen fußballgroßen Sack passt. Biologen staunen über Ähnliches: Wenn sich eine Zelle teilt, wächst die Fläche der Zellmembran. Auch wenn im Innern der Zelle Stoffe von einem Organell zum anderen gebracht werden, bilden sich membranumschlossene Transportkügelchen, so genannte Vesikel. Um Membranen schnell zur Verfügung stellen zu können, speichern Zellen in ihrem Innern Membranfläche in Form von Nanoröhrchen, schlauchförmigen Einstülpungen der Zellmembran - ähnlich wie die zusammengefaltete Zeltplane. Forscher des Max-Planck-Institutes für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam haben nun einen Mechanismus entdeckt, wie die Zelle stabile Membran-Nanoröhrchen bildet. Röhrchenförmige Einstülpungen der Zellmembran finden sich an vielen Stellen einer Zelle: im Golgi-Apparat, einer Art Verschiebebahnhof der Zelle, der Transportvesikel bildet, in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle oder im Endoplasmatischen Retikulum, eine Art Kanalnetzwerk innerhalb von Zellen. Die Röhrchen haben Durchmesser von wenigen Nanometern (Millionstel Millimeter) bis hin zu einigen Mikrometern (Tausendstel Millimeter).
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