Wie politisch darf Wissenschaft sein?

Bundeskanzler Helmut Schmidt und Max-Planck-Präsident Reimar Lüst auf der Hauptv
Bundeskanzler Helmut Schmidt und Max-Planck-Präsident Reimar Lüst auf der Hauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft im Jahr 1982. © Archiv der Max-Planck-Gesellschaft
Bundeskanzler Helmut Schmidt und Max-Planck-Präsident Reimar Lüst auf der Hauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft im Jahr 1982. Archiv der Max-Planck-Gesellschaft Die globale wissenschaftliche Zusammenarbeit, ohne die die planetaren Krisen der Gegenwart nicht zu bewältigen sein werden, ist ohne ein kluges Ausbalancieren von Wissenschaft und internationaler Politik auch aufseiten der wissenschaftlichen Akteure nicht mehr zu haben. Allerdings zeigt der Blick in die Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), dass die strategischen Verknüpfungen von Wissenschaft und Außenpolitik häufiger nationalstaatlichen und bündnispolitischen Interessen dienten als einem global verstandenen Wohl der Menschheit. Die MPG sah sich daher lange Zeit nicht als Akteurin einer internationalen Wissenschaftsdiplomatie, so die Historikerin Carola Sachse in ihrer Studie. Interview: Christina Beck Frau Sachse, Sie schreiben in der Einleitung zu Ihrem Buch Wissenschaft und Diplomatie, die Max-Planck-Gesellschaft habe mit ihrem Bekenntnis zur Science Diplomacy spät, wenn nicht gar zu spät, auf eine inzwischen 20-jährige internationale Entwicklung reagiert. Können Sie das näher ausführen? Carola Sachse: Ich habe 2018 einige Interviews in der Generalverwaltung geführt, und damals war der Tenor: Nein, wir halten uns da ganz raus. Unser Interesse ist es, Koopera -tionen zu vermitteln, wo immer auf der Welt sie für unsere Wissenschaftler interessant erscheinen, wo sie vielversprechend und effektiv möglich sind.
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