Sonne und Windkraft können das Stromnetz stabilisieren

Die Energiewende als Netzwerkproblem: Derzeit versorgen große zentrale Kraftwerk
Die Energiewende als Netzwerkproblem: Derzeit versorgen große zentrale Kraftwerke vor allem ihre nähere Umgebung. Künftig sollen verstärkt kleine, dezentrale Wind- und Solaranlagen die Stromversorgung übernehmen. Dadurch ergibt sich eine neue Netzarchitektur, die anders als von manchen gefürchtet stabiler gegen Stromausfälle sein kann als die heutige. [weniger]
In einem Stromnetz mit vielen kleinen Kraftwerken fällt seltener der Strom aus - neue Leitungen müssen allerdings sorgfältig geplant werden. Wind, Sonne oder Biogas sollen eine immer größere Rolle für die Stromerzeugung spielen. Wenn immer mehr Windkraft- oder Photovoltaikanlagen elektrische Energie ins Stromnetz speisen, wird dieses feinmaschiger: statt weniger Großkraftwerke verbindet es immer mehr kleine dezentrale Kraftwerke mit den Waschmaschinen, Computern oder Industriemaschinen der Verbraucher. Anders als manche Experten befürchten, wird ein sehr feinmaschiges Stromnetz wahrscheinlich jedoch nicht empfindlicher für Stromausfälle. Skeptiker nehmen an, dass es deutlich schwieriger werden könnte, die vielen Generatoren und Maschinen der Verbraucher zu synchronisieren, sie also auf eine gemeinsame Netzfrequenz abzustimmen wie ein Dirigent die Musiker eines Orchesters in Gleichtakt bringt. Forscher des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen haben nun aber herausgefunden, dass ein "Dirigent" im Stromnetz der Zukunft überflüssig werden könnte: Dezentrale Erzeuger und die Verbraucher synchronisierten sich in einem simulierten Stromnetz selbst. Darüber hinaus weist die Simulation darauf hin, dass der Ausfall einer einzelnen Leitung in einem dezentral organisierten Stromnetz nicht so leicht zu einem Stromausfall im gesamten Netz führt und dass man beim Bau neuer Leitungen vorsichtig sein muss: sie können paradoxerweise zu einer Abnahme der Übertragungskapazität des Gesamtnetzes führen.
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