Die Gammablasen der Milchstraße

Neues Verfahren der Bildgebung lüftet so manches Geheimnis der galaktischen Anatomie. Die Anatomie der Milchstraße im Gammalicht erscheint besonders rätselhaft. So gibt es über und unter dem galaktischen Zentrum mysteriöse gigantische Blasen, die hochenergetische Strahlung aussenden. Ein neues Verfahren zur Bildgebung, entwickelt am Garchinger Max-Planck-Institut für Astrophysik, hat die Gammastrahlung in nur drei fundamentale Komponenten zerlegt: Strahlung von Punktquellen, Strahlung aus Reaktionen energetischer Protonen mit dichten, kalten Gaswolken sowie Strahlung von Elektronen, die mit Licht in dünnem, heißem Gas kollidieren. Die damit gewonnenen Einblicke helfen, einige Rätsel der Milchstraße zu lüften. So zeigt sich, dass die Gammablasen einfach nur Ausflüsse von gewöhnlichem, heißem Gas sind. Die Milchstraße im Gammalicht: In der linken Bildhälfte sind die grießeligen Rohdaten dargestellt, in der rechten die aufbereiteten. Dazu haben die Forscher einen statistischen Algorithmus entwickelt, mit dessen Hilfe sie das Rauschen sowie Instrumentenartefakte entfernen und schließlich diffuse und punktförmige Strukturen voneinander trennen. Die Aufnahmen enthüllen interessante Details wie die sogenannten Fermi-Blasen (Bildmitte), die sich über 50.000 Lichtjahre erstrecken und über deren Herkunft die Astronomen noch rätseln. Das Firmament im Licht der Gammastrahlung zeigt viele Objekte, Strukturen und astrophysikalische Prozesse. Am prominentesten leuchtet die Milchstraße; sie macht einen großen Teil der Punktquellen sowie den überwiegenden Teil der diffusen Gammastrahlung des Himmels aus. Die verschiedenen Strahlungsquellen erscheinen jedoch überlagert, was deren Identifikation und Interpretation erschwert.
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