Pathologie im Nationalsozialismus
Im Frühjahr 2018 hat die Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP) das Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Uniklinik RWTH Aachen beauftragt, die Pathologie im Nationalsozialismus zu erforschen. Der Fokus der geschichtswissenschaftlichen Aufarbeitung in diesem ersten umfassenden Projekt zum Thema war zweigeteilt. Teilprojekt 1 Teilprojekt 1 fokussiert auf die Vertreibung, Entrechtung und Verfolgung von Pathologinnen und Pathologen im "Dritten Reich" - und damit auf eine Personengruppe, die bis dato in der Forschung kaum systematische Beachtung fand. Während die Ausgrenzung mancher fachärztlicher Gruppen mittlerweile gut untersucht ist, fehlen bisher quantifizierende und systematisierende Studien zur Entrechtung der Pathologen. Diese Forschungslücke soll nun geschlossen werden. Das Teilprojekt 1 stellt die Frage nach der Zahl der verfolgten Pathologen, nach den übergreifenden Gemeinsamkeiten dieses Personenkreises, nach den Auswirkungen der Repressionen auf die weiteren Lebensverläufe der Pathologen sowie auch nach der Involvierung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie - sowohl in der Zeitphase 1933 bis 1945 als auch in der Nachkriegszeit. Auf Grundlage von Primärquellen aus zahlreichen Archiven sowie einer systematischen Reanalyse der publizierten Sekundärliteratur zur Geschichte der NS-Medizin konnten 89 entrechtete Pathologen ermittelt und in die Studie einbezogen werden.




