’Kirchlicher Mitgliederstand wird sich bis 2060 halbieren’

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Religionssoziologe Detlef Pollack beschreibt in seinem Gastbeitrag die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Kirchen Wenn in der öffentlichkeit derzeit von der Kirche die Rede ist, dann werden vor allem die Missbrauchsfälle thematisiert, die Vertuschungsversuche der Kirchenoberen und die daraus resultierende Austrittswelle, die die Überlebensfähigkeit der Kirche infrage stellen. Abgesehen davon, dass für die hohen Austrittszahlen nicht allein der Missbrauchsskandal verantwortlich ist, sondern andere Faktoren wie religiöse Gleichgültigkeit, Entfremdung von der Lehre der Kirche und das Insistieren auf individuelle religiöse Selbstbestimmung gleichfalls eine Rolle spielen, wird die Bedeutung des Kirchenaustritts für die Instabilität des kirchlichen Mitgliederbestands in der öffentlichkeit Überschätzt. Eine ebenso große, wenn nicht größere Relevanz kommt der demografischen Entwicklung zu. Um den Mitgliederbestand zu halten, müssten nicht nur die Verluste aufgrund von Austritten, sondern auch jene aufgrund von Sterbefällen durch Taufen und Eintritte kompensiert werden. Dazu sind die Kirchen schon seit den 1960er-Jahren nicht mehr in der Lage. 2020 belief sich die Zahl der Austritte sowohl aus der katholischen als auch aus der evangelischen Kirche auf jeweils etwas mehr als 200. Aufgrund von Sterbefällen verloren die beiden Kirchen im Jahr 2020 allerdings jeweils mehr als 300.
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