Zwei Humboldt-Preisträgerinnen forschen ab März an der Universität Leipzig

Nurit Stadler (links) und Lori Beaman kommen als Humboldt-Forschungspreisträgeri
Nurit Stadler (links) und Lori Beaman kommen als Humboldt-Forschungspreisträgerinnen an die Universität Leipzig. Foto: Privat/Christian Hüller

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Ab März forschen zwei Humboldt-Preistträgerinnen auf Einladung von Monika Wohlrab-Sahr vom Institut für Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig: Nurit Stadler von der Hebräischen Universität Jerusalem in Israel und Lori Beaman von der Universität Ottawa in Kanada, die auch schon Leibniz-Professorin an der Universität Leipzig war.

Nurit Stadler möchte während ihrer Forschungsaufenthalte in Leipzig - zunächst im Frühjahr 2026 und dann erneut von Oktober 2027 bis Januar 2028 - die laufende Zusammenarbeit mit dem Institut für Kulturwissenschaften mit Wohlrab-Sahr, und dem Institut für Soziologie mit Marian Burchardt sowie den Religionswissenschaftlern Christoph Kleine und Markus Dreßler vertiefen. Geplant ist Feldund Archivforschung. ,,Aufbauend auf der Leipziger Kollegforschungsgruppe ,Multiple Secularities: Beyond the West, Beyond Modernities ’ werde ich in meiner Forschung untersuchen, wie sakrale Stätten an der Schnittstelle von religiösen, nationalen und zivilgesellschaftlichen Diskursen neu definiert werden", erklärt sie.

Zudem möchte Professorin Stadler auch an ihrem Projekt ,,Rescue and Redemption: ZAKA and the Politics of Piety" arbeiten. ZAKA - eine freiwillige ultraorthodoxe Notfallorganisation, die für ihre forensische und humanitäre Arbeit bekannt ist - biete ihr zufolge eine einzigartige Perspektive, um die Verflechtungen von halachischen (also aus dem jüdischen Religionsgesetzt hergeleiteten) Verpflichtungen, staatlicher Souveränität und globaler Humanität zu untersuchen. Anhand ethnografischer Feldforschung, politischer Analysen und historischer Untersuchungen analysiert sie, wie ZAKA an der Schnittstelle zwischen säkularen Institutionen Israels, den Protokollen der Vereinten Nationen und transnationalen Katastrophengebieten agiert. ,,Die Universität Leipzig vereint eine bedeutende Tradition in Kultursoziologie und Religionswissenschaft mit einem innovativen anthropologischen Forschungsumfeld", betont die Humboldt-Preisträgerin. Das Projekt ,,Multiple Secularities" biete konzeptionelle Werkzeuge sowie ein lebendiges wissenschaftliches Netzwerk, das sich über Europa und Asien erstreckt.

Auch Prof. Lori Beaman hat mehrere Forschungsaufenthalte an der Universität geplant: im März und Oktober diesen Jahres sowie jeweils mehrere Wochen in den kommenden Jahren. ,,Mein Hauptinteresse gilt dem religiösen Wandel und insbesondere den sozialen Auswirkungen der steigenden Zahl von Menschen, die sich selbst als nicht religiös bezeichnen", sagt die gebürtige Kanadierin. Außerdem interessiere sie sich für den Wandel religiöser Autorität und Säkularität. Aus diesem Grund habe sie sich für die Universität Leipzig mit ihren weltweit führenden Expert:innen für Säkularität entschieden. Am intensivsten werde sie mit Monika Wohlrab-Sahr zusammenarbeiten.

Vor drei Jahren war Beaman als Leibniz-Professorin im Rahmen des Forschungskollegs ,,Multiple Secularities" an der Universität Leipzig tätig.