Universität Münster bekennt sich zu einer zuverlässigeren und zugänglicheren Forschung
Die Universität Münster hat die "San Francisco Declaration on Research Assessment" und die "Barcelona Declaration on Open Research Information" unterzeichnet. Damit bekräftigt die Universität ihr Engagement für eine verantwortungsvolle, transparente Forschungsbewertung und für frei zugängliche, nachvollziehbare Forschungsinformationen. Die beiden Erklärungen ergänzen bestehende Leitlinien zu guter wissenschaftlicher Praxis, Open Access und Forschungsdatenmanagement und fördern eine konstruktive Auseinandersetzung mit Forschungsinformationen und -bewertung."Frei zugängliches Wissen und transparente wissenschaftliche Prozesse sind eine zentrale Grundlage für verantwortungsvolle Wissenschaft und für das Vertrauen der Gesellschaft in Forschung und Innovation", betont Johannes Wessels, Rektor der Universität Münster. "Mit der Unterzeichnung stärken wir die Voraussetzungen für eine verlässliche und nachvollziehbare Wissenschaft."
Zentraler Inhalt der San Francisco Declaration on Research Assessment ist, Forschung anhand ihrer Qualität und nicht allein auf Basis von Kennzahlen wie dem Journal Impact Factor zu bewerten. Anliegen der Barcelona Declaration on Open Research Information sind Forschungsinformationen (zum Beispiel Meta-Daten zu Publikationen) öffentlich zugänglich zu machen sowie sich für die Entwicklung passender Werkzeuge einzusetzen. "Forschungsergebnisse - Publikationen, aber auch Daten und Software - sollten insbesondere hinsichtlich ihres Beitrags zum Erkenntnisfortschritt bewertet werden und die Informationen um dies tun zu können, sollten offen zugänglich sein", erläutert Dr. Lukas Röseler, Geschäftsführer des Münster Center for Open Science (MüCOS).
Die Unterzeichnung der Erklärungen ist ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Akteure: Das Team des MüCOS bereitete die Unterzeichnung mit der Arbeitsgemeinschaft IT & Forschung, der Universitätsund Landesbibliothek und dem Naturwissenschaftlichen Zentrum vor.
Als nächste Schritte plant die Universität, Bewertungsverfahren und -kriterien weiterzuentwickeln und transparenter zu gestalten. Offene Praktiken wie Open Access und offene Metadaten sollen weiterhin gestärkt werden. Zudem könnten gemeinschaftlich entwickelte Infrastrukturen ausgebaut und Abhängigkeiten von urheberrechtlich geschützten Systemen reduziert werden. Vorgesehen sind Schulungen, Informationsangebote und Beratung für Forschende bei zugleich strengem Schutz personenbezogener Daten. Da Publikationskulturen je nach Fach variieren, werden die Fachbereiche ermutigt, sich aktiv mit den Themen auseinanderzusetzen und fachspezifische Best Practices zu entwickeln. "Mit der Unterzeichnung der beiden Erklärungen unterstreicht die Universität Münster ihren nachhaltigen Einsatz für eine offene und an wissenschaftlicher Qualität und Zuverlässigkeit orientierte Forschung", erklärt Mitja Back, wissenschaftlicher Leiter des MüCOS.

