Deindustrialisierung als Fakt und Fiktion

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Ventilatoren eines ehemaligen Kühlwerks im Landschaftspark Duisburg-Nord: Dort wie in anderen Orten des Ruhrgebiets wird der Strukturwandel durch Deindustrialisierung direkt greifbar. (Bild: ahundt/pixabay)
Ventilatoren eines ehemaligen Kühlwerks im Landschaftspark Duisburg-Nord: Dort wie in anderen Orten des Ruhrgebiets wird der Strukturwandel durch Deindustrialisierung direkt greifbar. (Bild: ahundt/pixabay) - Ob es in den reichen westlichen Nationen einen Wandel von der Industriezur Dienstleistungsgesellschaft gibt oder geben soll, ist umstritten Mit dem Bedeutungsverlust der Industrie in westlichen Gesellschaften sind weitreichende Befürchtungen verbunden, aber auch die Hoffnung, neue Arbeitsmöglichkeiten zu erschließen. Vorhersagen über einen bevorstehenden Wandel von der Industriezur Dienstleistungsgesellschaft wurden somit immer wieder zum Gegenstand politischer Konflikte. Ein historischer Blick darauf, von wem und auf welche Weise die postindustrielle Gesellschaft in öffentlichen Debattenthematisiert wurde, kann verständlich machen, wie gesellschaftliche Machtstrukturen und Konfliktkonstellationen solche Zukunftsszenarien beeinflussen. Text: Timur Ergen, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung Die Diagnose ist nicht neu: Seit den späten 1970er-Jahren gilt die industrielle Güterproduktion in reichen Ländern als Auslaufmodell. Was nicht in Länder mit günstigeren Lohnkosten verlagert wird - so die Erzählung - wird stückweise automatisiert, bis sich in reichen Industrieländern langsam, aber sicher eine postindustrielle Gesellschaft herausbildet.
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