Langzeitgedächtnis hilft Schimpansen bei der Futtersuche

Auf der Suche nach ertragreichen Obstbäumen im Regenwald erinnern sich Schimpansen an Vergangenes. Wohin begeben sich Schimpansen, deren Lieblingsobstbaum leer gefressen ist, wenn sie nicht wissen, welche anderen Bäume bereits Früchte tragen? Ein internationales Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat untersucht, warum Schimpansen auf der Suche nach Früchten ganz bestimmte Bäume im Regenwald ansteuern und wie sie besonders ertragreiche Bäume finden. Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass Schimpansen dafür ihr Langzeitgedächtnis nutzen: Sie merken sich über eine Dauer von mindestens zwei Monaten die Größe und geografische Lage bestimmter Bäume, von denen sie bereits in einer vergangenen Saison Früchte genascht haben. Für ihre Studie haben die Forscher im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste das Verhalten von fünf weiblichen Schimpansen über Zeitabschnitte von jeweils vier bis acht Wochen kontinuierlich aufgezeichnet. Insgesamt umfassen die Aufzeichnungen 275 komplette Tage, die über mehrere Fruchtsaisons verteilt waren. Die Auswertung der Daten ergab, dass Schimpansen besonders stattliche Bäume einer Art als Nahrungsquelle bevorzugen, vor allem dann, wenn deren Früchte ihren typischen Geruch ausströmen. Interessanterweise besuchen sie diese größeren Bäume auch dann häufiger, wenn sie gerade keine Früchte tragen, die Inspektion also nicht durch die Geräusche fallender Früchte oder deren Geruch ausgelöst wird.
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