’Wir nehmen eine Haltung mit’

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Die Technische Universität Ilmenau ist ein Ort, an dem Talente gefördert werden, Engagement belohnt wird und Studierende sich umfassend wissenschaftlich und persönlich bilden können - das hat die Absolventenfeier am 7. Februar eindrucksvoll gezeigt. Bei einer festlichen Zeremonie überreichte das Präsidium Abschlusszeugnisse an weit über 100 junge Menschen, die zwischen Oktober und Dezember 2025 ihr Studium an der TU Ilmenau erfolgreich abgeschlossen haben. Masterstudentin Jenny Hofmann durfte sich über eine besondere Auszeichnung freuen - als Beispiel dafür, wie Leidenschaft für Wissenschaft und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen.

Insgesamt 116 Absolvent*innen durften im Audimax ihre Bachelor-, Master-, Diplomund Promotionsurkunden in Empfang nehmen. Einige von Ihnen wurden zudem für ihre besonderen Leistungen oder ihr außergewöhnliches Engagement ausgezeichnet. Als Studentin, die sowohl durch herausragende Studienleistungen als auch durch soziales Engagement überzeugt und inspiriert, erhielt Jenny Hofmann, Masterstudentin der Biomedizinischen Technik , zudem den begehrten Förderpreis des LIONS Clubs. Die Anerkennung wurde ihr von Jürgen Loyen, Präsident des LIONS Clubs Arnstadt-Ilmenau, überreicht. Sie ist mit 1.000 Euro dotiert und soll vor allem jene motivieren, die wie sie Wissenschaft und gesellschaftliches Engagement verbinden.

Bereits während ihrer Schulzeit begeisterte sich Jenny Hofmann für Mathematik und Physik, zwei Fächer, in denen sie bis heute ihre Leidenschaft findet. Besonders die medizinische Seite der Technik hat es ihr angetan. Deshalb entschied sie sich für das Studium der Biomedizinischen Technik an der TU Ilmenau, das sie durch Praktika in der Wirtschaft und ein Erasmussemester an der Universität Tampere in Finnland ergänzte. Von 2021 bis 2025 war sie Stipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung. Nach einem hervorragenden Bachelorabschluss setzt sie ihr Studium derzeit im Master mit dem Fokus Radiologische Technik und Strahlenschutz fort.

Bereits in ihrer Jugend brachte sich Jenny Hofmann auch gesellschaftlich ein und übernahm Verantwortung, ob als Beisitzerin in der Landjugend Nassach oder in der Kinderarbeit der Kirchengemeinde. Seit ihrem Studium engagiert sie sich in der Regionalgruppe Ilmenau von ,,Ingenieure ohne Grenzen" - eine Organisation, die weltweit Projekte zur Verbesserung der Wasserversorgung, Sanitärversorgung und Stromversorgung umsetzt. Dort nutzt sie ihre Fähigkeiten vor allem für Public Relations und Fundraising, um nachhaltige Initiativen zu fördern.

Universitätspräsident Prof. Kai-Uwe Sattler ermutigte die Studierenden in seiner Festansprache, solche sinnstiftenden Aufgaben auch nach dem Studium zu übernehmen - nicht nur um Geld zu verdienen, sondern auch, um etwas zu verändern:



Nehmen Sie diese optimistische, weltoffene und positive Stimmung unserer Campusuniversität mit!



Stellvertretend für alle Absolventinnen und Absolventen wandte sich auch Isabel Eulenberger, Master-Absolventin der Biotechnischen Chemie, an die Anwesenden:



Der Abschluss, den wir heute feiern, ist [...] kein Endpunkt. Er ist eine Qualifikation und zugleich eine Verantwortung. Die Verantwortung, kritisch zu bleiben, wissenschaftlich sorgfältig zu arbeiten und Fragen zu stellen - auch dann, wenn sie unbequem sind.



Das Studium habe es ihr und ihren Kommiliton*innen ermöglicht, sich nicht nur wissenschaftlich umfassend zu bilden, sondern auch persönlich:



Wir nehmen aus diesem Studium nicht nur Fachwissen mit. Wir nehmen eine Haltung mit. Eine Art zu denken. Die Offenheit, Fragen auszuhalten, auch wenn die Antworten noch fehlen. Die Einsicht, Fehler nicht als Ende zu begreifen, sondern als Teil eines Prozesses, der uns formt - fachlich wie persönlich. Wenn wir diese Haltung bewahren, ist dieser Abschluss mehr als ein Titel. Dann wird er zu einem Versprechen an uns selbst: neugierig zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und den Mut nicht zu verlieren, auch dann weiterzugehen, wenn der nächste Schritt noch unsicher oder unerreichbar erscheint.