Warum wir Weil-Sätze oft falsch sagen
Begrenzter Planungshorizont beim Sprechen führt zu typischem Grammatikfehler. In Unterhaltungen und spontanen Äußerungen machen selbst versierte Sprecher immer wieder Grammatikfehler. Das lässt sich besonders häufig bei Weil-Sätzen beobachten: Viele Sprecher sagen ,,weil das ist falsch" statt ,,weil das falsch ist". Warum das so ist, haben Gerard Kempen vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik und seine Koblenzer Kollegin Karin Harbusch jetzt herausgefunden: Danach führt ein zu kurzer Satzplanungshorizont beim Sprechen zur Fehlkoordination zwischen Satzformulierung und Wortwahl. Über den Satz ,,Das sagt man nicht, weil das ist ja falsch." dürften die meisten Deutschen beim Lesen stolpern. Den Grund dafür können sie auch benennen: Das Verb ,,ist" steht an der falschen Stelle des Nebensatzes: Es kommt so früh wie in einem Hauptsatz und damit zu früh. Obwohl die Regel allgemein bekannt ist und in der geschriebenen Sprache meist problemlos angewendet wird, passiert der Fehler im Mündlichen häufig.

