Hochmoderner Bau für die Informations- und Kommunikationstechnologie

Kran auf einer Baustelle
Kran auf einer Baustelle
Grundsteinlegung für den Cube 3. In den Neubau werden drei Institute der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik einziehen.

Auf dem Campus Hörn der RWTH Aachen wurde nun der Grundstein für den Cube 3 gelegt. Hier entsteht ein hochmoderner Neubau von rund 3000 Quadratmetern Nutzfläche. Der Bauund Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) setzt das innovative Projekt um. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft trägt mit 20 Millionen Euro rund die Hälfte der Baukosten. Die andere Hälfte finanzieren der BLB NRW und die RWTH. Drei Institute aus der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik beziehungsweise dem Profilbereich Information & Communication Technology werden in den Cube3 einziehen: das Institut für Hörtechnik und Akustik (IHTA) unter der Leitung von Janina Fels, das Institut für Kommunikationssysteme (IKS) unter der Leitung von Peter Jax und das Institut für Theoretische Elektrotechnik (ITHE) unter der Leitung von Christoph Jungemann.

Ziel des Instituts für Hörtechnik und Akustik ist es, die interdisziplinäre Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Wahrnehmung und Verarbeitung von Schall in komplexen akustischen Umgebungen für verschiedene Personengruppen auszubauen. Diese reichen von Kindern bis zu älteren Menschen mit und ohne auditiven Hörund Verarbeitungsstörungen. ,,Diese Forschung steht in direktem Zusammenhang mit sozialen und kognitiven Aspekten und Kommunikation und ist daher ein wichtiger Teil unseres täglichen Lebens", erläutert Professorin Fels. Darüber hinaus arbeitet das Institut für Hörtechnik und Akustik auch auf den Gebieten der Erzeugung und Ausbreitung von Schall. Aktuelle Forschungsfragen sind dabei: Was sind die Unterschiede in den Verarbeitungsmechanismen bei normalhörenden und hörgeschädigten Personen, von Kindern und Erwachsenen, Altersschwerhörigen oder Menschen mit Hörgeräten und Cochlea-Implantaten? Wie ist die auditive Wahrnehmung und Kommunikation von normalhörenden oder Menschen mit Hörschwierigkeiten in komplexen akustischen Szenen wie Klassenzimmern, Hörsälen, Restaurants, auf Freiflächen und Außenszenen wie in einer Stadt? Mit der Ausstattung des Cube3 wird es möglich sein, die Realität ins Labor zu bringen. Dazu stehen im IHTA im Neubau ein reflexionsarmer Vollraum, ein reflexionsarmer Halbraum, Ein Hallraum, ein Labor für akustische virtuelle Realität, diverse Hörkabinen für Hörexperimente sowie eine elektrische und mechanische Werkstatt zur Verfügung.


Im Zentrum der Forschung am Institut für Kommunikationssysteme steht die Sprachund Audiokommunikation als das wohl wichtigste und natürlichste Bindeglied zwischen uns Menschen. Die Forschungsarbeiten adressieren die Signalverarbeitung in Kommunikationssystemen, zum Beispiel in Hörgeräten, Hearables oder in der immersiven 3D-Telefonie. Ziel ist, digitale Kommunikationssysteme so natürlich zu machen wie die ,,direkte" Sprachkommunikation vis-a-vis. So könnte telefonieren in Zukunft klingen! Dabei kommen sowohl modellbasierte Verfahren der digitalen Signalverarbeitung als auch Methoden des maschinellen Lernens in innovativen hybriden Lösungen zum Einsatz. ,,Wir freuen uns auf das neue Hörlabor nach dem ITU-R BS.1116 Standard sowie die ergänzenden Messräume und auf die wertvolle Nähe zu den fachnahen Instituten", erklärt Peter Jax.

Am Institut für Theoretische Elektrotechnik forscht Professor Christoph Jungemann mit seinem Team auf dem Gebiet der numerischen Simulation elektronischer Bauelemente für Höchstfrequenzanwendungen wie Abstandsradar im Auto und die Datenübertragung mit extrem hohen Raten, auf dem Gebiet kryogener Ansteuerelektronik für Quantencomputer, an neuromorphen Schaltkreisen mit geringem Energieverbrauch für den Einsatz künstlicher Intelligenz, an leistungsfähigeren integrierten Schaltungen und weiteren Themen. ,,Der Umzug in den Cube 3 bedeutet für uns eine exzellente Ausstattung für die Lehre und Forschung, die direkte Nachbarschaft zu vielen anderen Instituten der Elektrotechnik in den Cubes 1 bis3, und eine bessere Erreichbarkeit für die Studierenden durch die Lage auf dem Campus Mitte", erklärt Jungemann.