Forschende erkunden Gletscherrückzug in Alaska

Auswirkungen auf die Stabilität der Felsböschungen stehen im Fokus.

 

Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG geförderten Projektes ist derzeit ein Team des Lehrstuhls für Ingenieurgeologie und Hydrogeologie der RWTH Aachen in Alaska, um die Auswirkungen des klimabedingten Gletscherrückzugs auf die Destabilisierung von Felsböschungen und deren Folgeschäden zu erforschen. Im Fokus der Forschung von Florian Amann, Anja Dufresne, Pooya Hamdi, Emilie Lemaire und Anna Rothäuser sowie dem Physiker Professor Christoph Stampfer stehen die steilen Felsflanken oberhalb des Grewingk Gletschers (Kachemak Bay State Park), der in den letzten Jahrzehnten um fast zwei Kilometer abgeschmolzen und ausgedünnt ist.

Als Folge entstand im Vorfeld des Gletschers ein tiefer Gletschersee. Im Jahr 1967 löste sich eine mehrere Millionen Kubikmeter mächtige Gesteinslawine von den Südhängen, die nach dem Rückzug des Gletschers extrem steil sind. Der Einschlag in den See verursachte eine mehr als 60 Meter hohe Tsunamiwelle mit zerstörerischer Gewalt. Seit diesem Ereignis hat der Gletscherrückzug noch wesentlich steilere Felsflanken frei gelegt, die bis zu 1000 Meter über dem Gletschersee hinausragen und eindeutige Anzeichen für tiefreichende Felsinstabilitäten aufweisen.

Ziel des Forschungsprojektes, welches in enger Kollaboration mit Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftlern aus Alaska ausgeführt wird, ist, die Prozesse zwischen Gletscherrückzug, Verhalten der Felsböschung bis hin zur Destabilisierung besser zu verstehen, um die zukünftige Entwicklung beurteilen zu können. Dabei kommen modernste Satelliten-Technologie sowie bodenbasierte Radarsysteme zum Einsatz, die Bodenbewegungen im Millimeterbereich erfassen können. Die bodenbasierten Radarsysteme sollen im Sommer 2022 installiert werden.

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Beobachtungen vor Ort: Ein Team der RWTH erforscht die steilen Felsflanken oberhalb des Grewingk Gletschers in Alaska.


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