Digitale Signalverarbeitung

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Digitale Signalverarbeitung: Prof. Martin Haardt zum Board-Mitglied der IEEE Signal Processing Society gewählt

Professor Martin Haardt, Leiter des Fachgebiets Nachrichtentechnik der Technischen Universität Ilmenau sowie IEEE Fellow und EURASIP Fellow, ist von den Mitgliedern der IEEE Signal Processing Society (SPS) als Member-at-Large in das Board of Governors (BoG), das zentrale Leitungsgremium der IEEE SPS, gewählt worden. Er wird dieses Amt für eine dreijährige Amtszeit von Januar 2026 bis Dezember 2028 ausüben.

Die IEEE Signal Processing Society vereint Ingenieurinnen und Ingenieure, Fachleute aus der Industrie, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende aus rund 120 Ländern und zahlreichen Fachgebieten. Gemeinsam treiben die etwa 25.000 Mitglieder die Weiterentwicklung der Signalverarbeitung voran. Gegründet 1948, ist sie heute die viertgrößte der 39 Fachgesellschaften des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE).

Das Board of Governors überwacht die Aktivitäten der Gesellschaft, legt strategische Richtlinien fest und setzt diese um. Zudem nimmt es Berichte der ständigen Ausschüsse und Komitees entgegen. Die Members-at-Large vertreten die Interessen der Mitglieder im BoG, prüfen und diskutieren ein breites Spektrum an Themen zur Ausrichtung, den Aktivitäten und dem Zustand der IEEE SPS und fassen entsprechende Beschlüsse.

Als international anerkannter Experte in den Bereichen drahtlose Kommunikation, Array-Signalverarbeitung, hochauflösende Parameterschätzung und tensorbasierte Signalverarbeitung engagiert sich Martin Haardt bereits seit vielen Jahren in zentralen Funktionen der IEEE SPS, etwa als Editor und Senior Editor renommierter Fachzeitschriften, als Mitglied verschiedener Technical Committees (SAM TC: 2011-2019 und ab 2026; SPTM TC: 2020-2025), als Chair des SAM TC sowie als Mitglied des Technical Directions Board, des Awards Board, der Data Science Initiative und des Fellow Evaluation Committee.

Darüber hinaus initiierte und organisierte er wiederholt führende internationale Konferenzen auf dem Gebiet der Signalverarbeitung, unter anderem als General Chair der CAMSAP 2013, SAM 2016, CAMSAP 2017, SAM 2020, der Asilomar Conference on Signals, Systems, and Computers 2021, CAMSAP 2023 sowie SAM 2026.

Nach seiner Promotion an der Technische Universität München arbeitete Martin Haardt bei der Siemens AG in der Mobilfunkbranche an Systemen der dritten und vierten Generation. 2001 wechselte er als Universitätsprofessor an die Technische Universität Ilmenau.

Dank der engen Verzahnung beider Bereiche - der universitären und der industriellen Forschung - finden seine tensorbasierten Algorithmen breite Anwendung, unter anderem in der drahtlosen und biomedizinischen Signalverarbeitung, der Bildverarbeitung sowie in der Data Science.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Förderung internationaler Kooperationen. Neben Studienaufenthalten in den USA war er als Gastprofessor an Universitäten in Frankreich und Großbritannien tätig. Aktuell leitet er gemeinsame Forschungsprojekte mit Universitäten in Brasilien sowie mit der Tel Aviv University.

An der TU Ilmenau initiierte und koordiniert Prof. Haardt seit 2009 einen internationalen, englischsprachigen Masterstudiengang in Communications and Signal Processing sowie einen gemeinsamen Double-Degree -Masterstudiengang mit der Université de Lorraine in Nancy. Zudem hat er rund 30 Doktorandinnen und Doktoranden betreut, von denen mehrere für ihre Arbeiten mit bedeutenden nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurden.