Das Ilmkubator Lab, der Makerspace des Gründungsservices der TU Ilmenau, bietet Studierenden, Mitarbeitenden und Gründungsinteressierten eine inspirierende Umgebung zur Umsetzung ihrer Projekte. Als Teil des FabLab@TU-Ilmenau ermöglicht es den Zugang zu hochmoderner Technik und Unterstützung bei der Entwicklung von Prototypen und innovativen Lösungen. Im Interview verraten uns Matthias Testa und Ferdinand Meier, Projektverantwortliche im IlmkubatorLab, welche Möglichkeiten sich Studierenden und angehenden Gründern im FabLab eröffnen.
Hallo Matthias und Ferdinand, seit 2023 gibt es das Ilmkubator Lab, den Makerspace des Gründungsservice als Teil des FabLab@TU-Ilmenau. Wie fügt sich das Ilmkubator Lab in die FabLabs der TU Ilmenau ein?
Matthias: Das Ilmkubator Lab ist Teil des FabLabs der TU Ilmenau und steht allen Lehrenden, Mitarbeitenden und Studierenden zur Verfügung, genauso wie die Lehrwerkstatt, die Bibliothek oder die Studierendenwerkstatt vom UNIKAT. Im Ilmkubator Lab hab wir einen Schwerpunkt auf Mikrocontroller und CNC-Maschinen. Da es zum Ilmkubator Gründungsservice gehört, bietet es insbesondere angehenden Gründerinnen und Gründern die Möglichkeit, Prototypen für ihre Geschäftsideen zu entwickeln. Das Motto des Labs ist "wie man (fast) alles herstellen kann".Welche technische Ausstattung steht im Ilmkubator Lab noch zur Verfügung?
Matthias: Neben 3D-Druckern, Lasercuttern, einer großen und kleinen CNC-Fräsmaschine und einem Vinyl-Schneider stehen eine breite Auswahl an Handwerkzeugen, Messgeräten und Lötwerkzeugen zur Verfügung. Studierende, Mitarbeitende und insbesondere Gründungsteams können Raum und Werkzeuge nutzen, um an der Umsetzung eigener Projekte zu arbeiten.Im Ilmkubator Lab unterstützt ihr Studierende, Mitarbeitende und Gründungsinteressierte bei der Verwirklichung ihrer kreativen Ideen - von der Konzeptentwicklung bis hin zur Fertigstellung eines Prototyps. Was sind typische Projekte und wie viel Hilfestellung müsst ihr geben?
Ferdinand: In letzter Zeit haben wir häufig Kopfhörerreparaturen erlebt. Die Studierenden erkannten die Probleme selbständig und reparierten sie durch den Austausch eines Kabels oder den 3D-Druck eines Bügelteils. Bei komplexeren Projekten, insbesondere mit der CNC-Technologie, ist manchmal Unterstützung erforderlich, beispielsweise bei der Anfertigung einer Bodenplatte für ein Modell einer Roboterzelle in der Produktund Systementwicklung.Matthias: Wir begleiten die Studierenden auf ihrem gesamten Weg. Oft reicht es jedoch, zuzuhören und gelegentlich Empfehlungen zu geben. Beispielsweise gelang es einem Studierenden innerhalb einer Woche, einen Prototyp und eine erste Produktidee für einen Ideenwettbewerb zu entwickeln.
Matthias, du hast kürzlich einen FabLab in Mexico besucht. Was hast du dort erlebt? Gibt es Ähnlichkeiten oder Unterschiede zwischen den Gegebenheiten in Mexiko und dem Ilmkubator Lab und hast du vielleicht auch Anregungen für das Ilmkubator Lab mitgebracht?
Das FabLab Puebla hat mich mit knapp 40 Teilnehmenden bei der letzten FabAcademy sehr beeindruckt. Neben diversen Labs und unterschiedlichen Fertigungsbereichen war für mich besonders das ,,Business Lab" der Iberoamerikanische Universität interessant, da dort jungen und kreativen Start-Ups ein kleines Büro zur Verfügung gestellt wird. Außerdem gab es einen Bereich mit diversen Möglichkeiten sich auszuruhen, um die Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen. Insgesamt habe ich den Ort als sehr inspirierend und offen erlebt. Mitgenommen habe ich, dass wir auch an der TU Ilmenau das Programm ,,FabAcademy" anbieten sollten, um unseren Gründungsinteressierten das notwendige Handwerkszeug zu vermitteln, um innovative und technologieorientierte Ausgründungen zu entwickeln.Ferdinand, du hast bereits in 12 FabLabs weltweit mitgearbeitet. Welche Erfahrungen hast du in den verschiedenen Labs gesammelt?
Ferdinand: Ich war in verschiedenen Labs auf der ganzen Welt unterwegs, von Portugal über Pakistan bis nach Japan. Trotz der großen kulturellen Unterschiede habe ich festgestellt, dass die Probleme und Ideen, die uns FabLab-Mitglieder bewegen, überall ähnlich sind. Wir alle teilen das Ziel, eine bessere und nachhaltigere Welt zu schaffen. Und da wir in den meisten Fällen die gleichen Maschinen und Werkzeuge verwenden, können wir uns auch ohne gemeinsame Sprache leicht verstehen und voneinander lernen. Die globale FabLab-Gemeinschaft ist ein Beispiel dafür, wie Menschen unterschiedlicher Kulturen und Hintergründe zusammenkommen, um gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zu finden.Du unterrichtest in der FabAcademy, die auch Studierende der TU Ilmenau seit Beginn des Jahres besuchen können. Was lernen sie in diesem Weiterbildungsangebot?
Ferdinand: Die FabAcademy ist ein internationales Programm, das wir durch die Unterstützung der Carl-Zeiss-Stiftung in diesem Jahr an der TU Ilmenau einführen konnten. Sieben Teilnehmende der TU Ilmenau durchlaufen seit 22. Januar das anspruchsvolle, praxisorientierte Programm, in dem sie über fünf Monate jede Woche ein neues Dabei werden praktische Fertigungstechniken vermittelt. Studierende lernen, wie sie Ideen von der Konzeptphase bis zum fertigen Prototyp umsetzen. Typische Projekte sind smarte IoT-Geräte, Robotikprojekte oder personalisierte Produkte. Das Programm legt großen Wert auf digitale Fertigungstechnologien wie 3D-Druck, CNC-Fräsen oder Elektronikentwicklung.In den 20 Jahren in denen ich als Maschinenbauer gearbeitet habe, habe ich festgestellt, dass die Kommunikation zwischen Konstruktion und Fertigung entscheidend ist. Wenn beide Seiten einander besser verstehen, können Fehler und Probleme vermieden werden.
Sowohl in den FabLabs der TU Ilmenau als auch in der FabAcademy steht praktische Arbeit im Fokus. Warum ist diese so wichtig im Studium?
Matthias: Viele Studierende wünschen sich mehr Praxis im Studium. In unserem Lab können sie theoretisch gelerntes Wissen direkt anwenden, Probleme lösen und innovative Lösungen entwickeln.Ferdinand: Wir verlieren langsam die Fähigkeit unsere eigenen Produkte zu reparieren. Alles wird nur noch ausgetauscht und weggeworfen. Nur wer fähig ist ein vorhandenes Produkt zu verstehen, auseinander zu schrauben und in allen Details zu begreifen, kann auch neue, bessere Produkte entwickeln.
Das Ilmkubator Lab wird von der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert. Wie hat die Finanzierung durch die Carl-Zeiss-Stiftung das Angebot und die Ausstattung des Labs beeinflusst?
Durch die Förderung der Carl-Zeiss-Stiftung ist es uns möglich das Ilmkubator Lab auch über den Förderzeitraum des ,,EXIST - Potentiale heben" Projekts weiter fortzuführen und noch besser auszustatten. Dank dieser Unterstützung können wir ausgedehntere Öffnungszeiten und regelmäßige Workshops zu unterschiedlichen Themenbereichen mit Fokus auf ,,digitale Fabrikation" anbieten. Außerdem können wir die Betreuung unsere Gründungsteams aus der Wissenschaft intensivieren.Ihr habt erst kürzlich neue Räumlichkeiten im Kirchhoffbau bezogen. Was hat sich für euch durch den Umzug verändert? Welchen Vorteil hat die Nähe zur Studierendenwerkstatt UNIKAT?
Mitte Dezember ist das Ilmkubator Lab gemeinsam mit dem Ilmkubator Gründungsservice auf den Hauptcampus gezogen. Dies ermöglicht uns, noch intensiver mit allen Bereichen der Universität zusammenzuarbeiten. Unsere Gründungsberater*innen freuen sich bereits auf den engeren Kontakt mit Studierenden und Forschenden durch die zentrale Lage am Campus. Das FabLab@TU Ilmenau ist durch den Umzug des Ilmkubator Labs in die unmittelbare Nachbarschaft zur Studierendenwerkstatt UNIKAT weiter zusammengerückt. Wir teilen Ressourcen miteinander und bauen unsere Kooperation weiter aus. Für die Studierenden und Gründungsinteressierten bedeutet das, dass wir noch mehr Expertise, häufigere OpenLabs und noch mehr Maschinen anbieten können. Wir freuen uns sehr über die tolle Möglichkeit und laden Gründungsinteressierte, Bastelnde, Machende und die, die es noch werden wollen, herzlich in das IlmkubatorLab (K 1087) ein - zum Beispiel immer dienstags von 9 bis 12 Uhr zum ,,Meet & Work - Open Lab beim Ilmkubator".Eine andere Möglichkeit, unsere neuen Räumlichkeiten im Kirchhoffbau zu entdecken, bietet die Veranstaltung ,,Open Doors @ Ilmkubator" am 19. Februar 2025 von 10:00 bis 12:00 Uhr. Mit einem kleinen Umtrunk wollen wir 10:30 Uhr gemeinsam anstoßen auf das Erreichte, das Kommende und unseren neuen Standort.
Weitere Infos: ,,Open Doors @ Ilmkubator"



