
Die Zahl antisemitischer Vorfälle in NRW ist massiv gestiegen: Die Rechercheund Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) dokumentierten im Jahr 2023 664 antisemitische Vorfälle. Das ist ein Anstieg von 152 Prozent im Vergleich zu 264 Fällen im Vorjahr. Die Art der Anfeindungen reichten von Diskriminierung über gezielte Sachbeschädigung bis hin zu Bedrohungen und tätlichen Angriffen.
Professor Dominik Groß, Rektoratsbeauftragter gegen Antisemitismus und Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der RWTH Aachen, beobachtet die steigenden Fallzahlen mit wachsender Besorgnis. Seit Jahren forscht er zu Nationalsozialismus und Antisemitismus und setzt sich dafür ein, die Hochschule als Ort der Sicherheit und Toleranz zu bewahren, an dem sich Studierende unbefangen bewegen können. Die RWTH hat in Kooperation mit der FH Aachen eine Veranstaltungsreihe organisiert, die über Antisemitismus aufklären soll.
Auftaktveranstaltung am 6. Februar
Den Auftakt der Reihe bildet am 6. Februar eine Podiumsdiskussion mit dem Titel ,,Antisemitismus im Jahr 2025: Was tun?" Mitwirkende sind die amtierende Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW Staatsministerin Sylvia Löhrmann, der Rektor der RWTH Aachen Ulrich Rüdiger, der Leiter der Beratungsstelle gegen Antisemitismus an Hochschulen in NRW (RIAS NRW) Andreas Stahl sowie der Beauftragte gegen Antisemitismus der Universität Münster Ludger Hiepel. Moderiert wird die Veranstaltung von Dominik Groß. Die Veranstaltung findet in der Aula des Hauptgebäudes, Templergraben 55, statt. Beginn ist um 19 Uhr, der Einlass startet ab 18:30 Uhr.
Im weiteren Verlauf der Reihe wird das Thema Antisemitismus auch aus persönlicher Perspektive beleuchtet: Die jüdischen Holocaustüberlebenden Dr. Leon Weintraub und Henriette Kretz kommen am 8. April ins Super C der RWTH, Ford-Saal (6. Etage), Templergraben 57. Sie berichten über ihre Erlebnisse im ,,Dritten Reich" zwischen Flucht und Zwangsaufenthalten in Ghettos und Konzentrationslagern, aber auch über ihre Erfahrungen in der Nachkriegszeit sowie über ihren weiteren Lebensweg. Zudem beziehen sie Stellung zum Wiedererstarken des Antisemitismus in Europa. Das Zeitzeugengespräch beginnt um 19 Uhr, Einlass ist ab 18:30 Uhr.
In seinem Fachvortrag referiert Dr. Ronen Steinke, rechtspolitischer Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, Buchautor und Lehrbeauftragter an der Goethe Universität Frankfurt, am 15. Mai über das kontrovers diskutierte Thema ,,Antisemitismus in der Sprache". Die Veranstaltung findet im Hörsaal HKW 2 statt, Templergraben 57, und beginnt um 19 Uhr, Einlass ist ab 18:30 Uhr.
Den Semesterabschluss bildet am 11. Juni ein Fachvortrag von Stephan Grigat, Hochschullehrer und Leiter des Centrums für Antisemitismusund Rassismusstudien (CARS) der Katholischen Hochschule NRW. Grigat diskutiert die pointierte Frage ,,Sicherheit Israels als Teil der deutschen Staatsräson"- Auch dieser Vortrag kann im Hörsaal HKW 2, Templergraben 57, besucht werden. Start ist um 19 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr.
Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenfrei. Eine Anmeldung über die Webseite ist erforderlich.
