Zellkern-Erbgut aus Höhlensedimenten gibt Einblicke in unsere Vergangenheit

Die Fundstätte Galería de las Estatuas in Nordspanien. © Javier Trueba - Madrid
Die Fundstätte Galería de las Estatuas in Nordspanien. © Javier Trueba - Madrid Scientific Films
Die Fundstätte Galería de las Estatuas in Nordspanien. Javier Trueba - Madrid Scientific Films - Erstmalig können Wissenschaftler chromosomale DNA von Neandertalern aus Höhlensedimenten isolieren und analysieren Um das Erbgut des Neandertalers in seiner Gesamtheit zu untersuchen - einschließlich der sich im Zellkern befindlichen chromosomalen DNA - waren Wissenschaftler bisher auf seltene Funde von fossilen Überresten von Knochen und Zähnen angewiesen. Benjamin Vernot und Kollegen vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig ist es nun gelungen, Zellkern-DNA von Neandertalern aus Höhlenablagerungen in Nordspanien und Südsibirien zu analysieren und daraus neue Erkenntnisse zur Populationsgeschichte der Neandertaler zu gewinnen. An der spanischen Fundstätte wurde bei Ausgrabungen nur ein einziges Neandertaler-Fossil geborgen, doch die Forscher fanden in den Höhlenablagerungen reichlich Neandertaler-DNA - so konnten sie feststellen, dass dort vor etwa 100. Jahren eine Population durch eine andere ersetzt wurde. Die Untersuchung chromosomaler DNA aus Sedimenten kann Forschern auch an anderen Fundstätten neue Einblicke in die menschliche Vergangenheit geben, ohne dass sie auf den Fund fossiler Knochen und Zähne angewiesen sind. Die Untersuchung ,,alter DNA" ist ein wichtiges Element in der Erforschung unserer evolutionären Vergangenheit, einschließlich der Beziehungen zu unseren ausgestorbenen Verwandten, den Denisovanern und Neandertalern.
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