Wirkungsmechanismen von Antibiotikakombinationen entdeckt

Es ist meist schwer vorhersehbar, wie Arzneimittel wirken, wenn sie miteinander kombiniert werden. Manchmal verstärken zum Beispiel zwei Antibiotika ihre Wirkung und hemmen das Wachstum von Bakterien stärker als erwartet; in anderen Fällen ist die gemeinsame Wirkung schwächer. Da es sehr viele verschiedene Möglichkeiten gibt, Medikamente wie Antibiotika miteinander zu kombinieren, ist es wichtig, die Wirkung solcher Arzneimittelkombinationen vorhersagen zu können. Eine neue Arbeit zeigt jetzt, dass solche Vorhersagen für Kombinationen bestimmter Antibiotika oft möglich sind, indem der Wirkungsmechanismus der einzelnen Antibiotika quantitativ charakterisiert wird. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie von Tobias Bollenbach von der Universität zu Köln mit Ga¨per Tka'ik und dem Doktoranden Bor Kav'i? vom Institute of Science and Technology Austria, deren Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift Nature Communications unter dem Titel ,,Mechanisms of drug interactions between translation-inhibiting antibiotics" veröffentlicht wurden. ,,Wir wollten untersuchen, wie Antibiotika, die die Proteinsynthese in Bakterien hemmen, in Kombination miteinander wirken und diese Effekte soweit wie möglich mit mathematischen Modellen vorhersagen", erklärt Bollenbach. Als Leiter der Arbeitsgruppe ,,Biologische Physik und Systembiologie" erforscht er an der Universität zu Köln unter anderem, wie Zellen auf Kombinationen von Medikamenten und anderen Signalen reagieren.
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