Licht-Materie-Zwitter in künstlichen Goldkristallen
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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin, der Universität Hamburg und der Bundesuniversität von Ceará in Brasilien haben gezeigt, dass Kristalle aus winzigen Goldkugeln Licht binden können. Mit einem solchen Material lasse sich Licht einfangen, oder es könnte in der Zukunft Grundlage für Computer sein, die mittels Licht rechnen. Die Erkenntnisse der Forschungsgruppe unter Leitung der Physikprofessorin Stephanie Reich von der Freien Universität Berlin sind in der jüngsten Ausgabe von ,,Nature" erschienen. ,,Das von uns hergestellte Material besteht aus Gold, aber es schimmert rosa und türkis", sagt Niclas Müller, Physiker an der Freien Universität Berlin. Die künstlichen Kristalle bestehen aus winzigen Goldkügelchen, sogenannten Nanopartikeln aus Gold, und sie binden Licht. ,,Ein Lichtstrahl wird im Kristall gleichsam zu einem Zwitter aus Licht und Materie, in diesem Fall zu angeregten Elektronen im Gold", erläutert die Forschungsgruppenleiterin, Professorin Stephanie Reich. ,,Die Farben und viele andere Eigenschaften der Goldnanokristalle konnten wir erst verstehen, als wir Licht explizit in unsere Berechnungen einschlossen." Solche lichtgebundenen Systeme würden schon seit Jahren intensiv theoretisch erforscht, hätten sich bislang aber nur mühsam herstellen und teuer untersuchen lassen.


